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Die Familien der Opfer der Niederschlagung der Demokratiebewegung 1989 in China haben eine unabhängige Untersuchung des blutigen Militäreinsatzes gefordert. In einem offenen Brief verlangten die "Mütter von Tian'anmen", die Verantwortlichen zur Rechenschaft zu ziehen.

Der Brief war an den Volkskongress gerichtet, der am Samstag in Peking seine Jahrestagung beginnt. "Heute ist unsere Welt anders als vor 20 Jahren", heisst es in dem Appell. "Mit dem Eintritt ins Internetzeitalter und der Kommunikation über das Netz ist der Trend in Richtung Demokratie nicht zu stoppen."

Zum Glück habe es seit dem 4. Juni 1989 kein ähnliches Massaker gegeben, "weil selbst die dickköpfigsten Diktatoren nicht als Schlächter kritisiert werden wollen - mit Ausnahme von Autokraten wie Muammar al-Gaddafi".

Wegen der jüngsten Aufrufe zu Protesten nach arabischem Vorbild in China sind die Sicherheitsvorkehrungen im Land deutlich verstärkt worden. Dutzende Bürgerrechtler sind in Polizeigewahrsam verschwunden, stehen unter Hausarrest oder wurden verwarnt. Mehrere ausländische Journalisten wurden zur Polizei einbestellt.

Die "Mütter von Tian'anmen" sind ein loser Verbund von Familien der damals Getöteten und Opfern. An der Spitze steht die pensionierte Professorin Ding Zilin, die 1989 ihren 17-jährigen Sohn verloren hat. Sie steht auch unter Hausarrest und konnte telefonisch nicht erreicht werden.

Bis heute ist ungeklärt, wie viele Menschen bei dem Massaker getötet wurden, doch dürften es einige hundert gewesen sein. Die Familien fordern in ihrem Brief, dass der Volkskongress eine Liste mit den Namen der damals Getöteten veröffentlicht und Entschädigung leisten muss.

Sie kritisieren, dass der Volkskongress als eigentlich höchstes Staatsorgan in 22 Jahren nicht ein einziges Mal über das Massaker debattiert habe. Der neuerliche Appell war von 128 Personen unterzeichnet.

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SDA-ATS