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Bei einem Doppel-Anschlag in der syrischen Hauptstadt Damaskus sind am Donnerstag mindestens 56 Menschen getötet worden. 372 Menschen wurden nach Angaben des Innenministeriums verletzt. Für die Anschläge machten sich Regime und Opposition gegenseitig verantwortlich.

Das Innenministerium berichtete, es seien 56 Leichen sowie Leichenteile von 50 weiteren Menschen geborgen worden. Die syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte in London sprach von 59 Toten und meldete, die meisten Anschlagsopfer seien Mitarbeiter der Sicherheitskräfte. Gemäss dem Regime waren die meisten Opfer Zivilisten.

Der Anschlag galt offenbar dem sogenannten Palästina-Verhörzentrum. Dieses ist eines der gefürchtetsten Folterzentren des Sicherheitsapparates von Präsident Baschar al-Assad.

Die Regierung erklärte, die Explosion sei das Werk von zwei Selbstmordattentätern. Die Sprengsätze hätten insgesamt über eine Tonne gewogen. Wie die meisten Attentate in Syrien wurden die Explosionen am Morgen ausgelöst, als viele Menschen zur Arbeit gingen.

Wer sind die Terroristen?

Zum Anschlag bekannte sich bislang niemand. Das Staatsfernsehen machte "Terroristen" dafür verantwortlich. Der Kommandant der oppositionellen Freien Armee Syriens (FSA) wies jede Beteiligung zurück. Seine Einheiten seien überhaupt nicht in der Lage, derartig grosse Sprengsätze zu bauen.

Der Syrische Nationalrat (SNC) als wichtigstes Oppositionsbündnis beschuldigte das Regime. Dieses wolle so die UNO-Beobachter in Syrien einschüchtern. Das Regime habe den Anschlag verüben lassen, um die Revolution als Werk islamistischer Terroristen darzustellen.

Damaskus wird von der Regierung kontrolliert. Seit Dezember hatte es im Stadtzentrum wiederholt blutige Anschläge gegeben. Zu mehreren Attentaten hatte sich eine Al-Kaida-nahe Gruppe mit Namen Al-Nusra-Front bekannt. Westliche Geheimdienste vermuten, dass sie aus dem Irak stammt.

Anschlag in Aleppo?

Nach Angaben des UNO-Botschafters Syriens in New York explodierte in Aleppo, der zweitgrössten Stadt des Landes, zur selben Zeit wie in Damaskus eine weitere Bombe. Auch diese Explosion habe "zu zivilen Opfern und massiven Sachschäden" geführt, sagte Botschafter Baschar Dschaafari dem UNO-Sicherheitsrat. Weitere Einzelheiten nannte er nicht.

Der Rat forderte in einer Erklärung die sofortige Umsetzung des Friedensplans des UNO-Gesandten Kofi Annan gemäss dem seit dem 12. April die Waffen in Syrien schweigen sollten.

SDA-ATS