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Arbeitslosenquote dank Revision 0,2 Prozentpunkte tiefer

Das verschärfte Arbeitslosenversicherungsgesetz trifft weniger Personen als erwartet. Im März hatten wegen der Gesetzesrevision 13'248 Personen ihren Anspruch auf Arbeitslosengelder vorzeitig ausgeschöpft.

Das Staatssekretariat für Wirtschaft (SECO) ging ursprünglich von 14'000 bis 16'000 Personen aus, die von der Gesetzesrevision betroffen sein könnten. Gemäss Serge Gaillard, Leiter der Direktion für Arbeit beim SECO, haben mehr Arbeitslose wieder eine Stelle gefunden als das SECO erwartet hatte.

Das SECO berücksichtigte in ihrer Prognose konjunkturelle und saisonale Effekte. Anfang März hatte es zudem darauf hingewiesen, dass der Druck auf Arbeitslose, noch vor der Gesetzesrevision per 1. April 2011 einen Job zu finden, gestiegen sein dürfte.

Die Ende September 2010 vom Stimmvolk angenommene Revision führte zu einer Verkürzung der Bezugsdauer von Taggeldern. Die Arbeitslosen verlieren ihr Recht auf Arbeitslosenentschädigungen damit schneller als bisher.

Regionale Unterschiede

Dies hat sich regional unterschiedlich stark ausgewirkt. In der Deutschschweiz kann knapp 80 Prozent aller Aussteuerungen mit der Änderung beim Arbeitslosenversicherungsgesetz erklärt werden. Im der Westschweiz und dem Tessin sind es sogar fast 86 Prozent.

"Die Westschweiz und das Tessin hatten eine höhere Arbeitslosenquote als der schweizerische Durchschnitt. Arbeitslose in diesen Regionen hatten deshalb 120 Tage länger Anspruch auf Entschädigungen, der mit der Gesetzesrevision nun wegfällt", sagt Gaillard.

Zudem sei etwa in Genf der Anteil der Langzeitarbeitslosen traditionell hoch. Diese Personen seien der Aussteuerung nahe gewesen und bekämen nun kein Arbeitslosengeld mehr.

Einfluss auf Arbeitslosenquote

Etwa 6500 derjenigen Personen, die per Ende März wegen der Revision ihre Ansprüche auf Arbeitslosenentschädigungen verloren haben, haben sich in den Monaten April und Mai laut Gaillard bei den Regionalen Arbeitsvermittlungszentren (RAV) abgemeldet.

Sie fallen damit aus der Arbeitslosenstatistik raus. Würden sie noch berücksichtigt, läge die Arbeitslosenquote per Ende Mai um 0,2 Prozentpunkte höher.

Die am Mittwoch publizierte Arbeitslosenquote betrug 2,9 Prozent. Auch dank der Gesetzesrevision ist die Arbeitslosenquote damit erstmals seit November 2008 wieder unter die 3-Prozent-Grenze gefallen.

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