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Armenier gedenken der Massaker im Osmanischen Reich

Hunderttausende Armenier haben am Sonntag ihrer vor 96 Jahren im Osmanischen Reich ermordeten Landsleute gedacht. Zur Erinnerung an die bis zu 1,5 Millionen Toten legten sie an einer Gedenkstätte in der Hauptstadt Eriwan Blumen nieder.

Einige trugen Spruchbänder mit Parolen wie "Nichts und niemand wird vergessen" und "Völkermord wird niemals alt". Präsident Serge Sarkisian warf der Türkei eine Politik des Leugnens vor, weil sie das Massaker bis heute nicht als Völkermord anerkenne.

Am 24. April 1915 hatte mit der Ermordung von 800 Intellektuellen die Verfolgung der Armenier auf dem Gebiet der heutigen Türkei begonnen.

Die Türkei lehnt nach wie vor das Verlangen Armeniens strikt ab, das Massaker als Genozid einzustufen. Sie argumentiert, die Zahl der Opfer sei übertrieben, und die Armenier seien in Bürgerkriegswirren und Unruhen beim Zerfall des Osmanischen Reichs umgekommen.

Der Streit belastet seit langem die Beziehungen der beiden Länder. Armenien strebe heute nach Frieden mit der Türkei, sagte Sarkisian in einer Ansprache.

Obama vermeidet Begriff Genozid

US-Präsident Barack Obama sprach anlässlich des Jahrestages von "einer der schlimmsten Gräueltaten des 20. Jahrhunderts". Den Begriff Genozid vermied er indes das dritte Jahr in Folge - offenbar aus Rücksicht auf den NATO-Verbündeten Türkei. Während seiner Präsidentschaftskandidatur hatte er wiederholt versprochen, die Massaker an den Armeniern als Völkermord anzuerkennen, sollte er gewählt werden.

Gedenken in Genf

Rund 300 Personen sind am Ostersonntag einem Aufruf der Union arménienne de Suisse gefolgt und haben auf der Place des Nations in Genf an die Massaker an den Armeniern in den Jahren 1915 bis 1917 im damaligen Osmanischen Reich erinnert. Sie verlangten von der Türkei deren Anerkennung als Völkermord.

Der Kampf um diese Anerkennung dürfe nicht mehr nur emotional ausgetragen werden, teilten die Verantwortlichen der Union mit. Heute müsse die "systematische Verhandlungs-Politik der Türkei mit politischen und juristischen Mitteln bekämpft werden".

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