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Wer kaum Geld hat, leidet häufiger unter gesundheitlichen Problemen als andere. Von Armut betroffene Personen verzichten auch öfter auf den Besuch beim Arzt.

Wie der soziale Status mit der Gesundheit zusammenhängt, hat das Bundesamt für Statistik (BFS) in der Erhebung über die Einkommens- und Lebensbedingungen (SILC) 2011 untersucht. So geben bei den armutsgefährdeten Personen fast doppelt so viele an, keinen guten Gesundheitszustand zu haben, als bei den Personen mit höherem Einkommen (31% gegenüber 17%).

Personen mit Armutsgefährdung sind zudem häufiger aus gesundheitlichen Gründen in ihren Aktivitäten eingeschränkt (32% gegenüber 21%), wie die Umfrage bei rund 7000 Haushalten und 17'000 Personen zeigt. Als armutsgefährdet gelten beispielsweise Alleinstehende mit einem verfügbaren monatlichen Einkommen von weniger als 2400 Franken.

Noch deutlicher werden die Unterschiede in Bezug auf den Gesundheitszustand laut BFS, wenn statt der Armutsgefährdung die materielle Entbehrung als Gradmesser genommen wird. Darunter leidet etwa, wer keine unerwarteten Ausgaben tätigen, sich keine Ferien weg von zu Hause leisten und sich nicht qualitativ ausreichend ernähren kann.

38 Prozent in dieser Gruppe haben einen nicht guten selbst wahrgenommenen Gesundheitszustand, gegenüber 18 Prozent bei den materiell besser gestellten Personen, und doppelt so viele (42% gegenüber 21%) geben Aktivitätseinschränkungen aus gesundheitlichen Gründen an.

Verzicht auf Pflegeleistungen wegen Geldproblemen

Armutsgefährdete Personen sehen 2,5-mal häufiger aus finanziellen Gründen von ärztlichen oder zahnärztlichen Untersuchungen ab als andere Personen (10% gegenüber 4%). Noch deutlicher ist die Diskrepanz im Fall von materieller Entbehrung (32% gegenüber 4%). Selbst bei den Befragten mit beeinträchtigter Gesundheit verzichten ärmere Personen häufiger aus finanziellen Gründen auf Pflegeleistungen.

Personen, die aus finanziellen Gründen auf den Arztbesuch verzichtet haben, geht es gesundheitlich weniger gut als der übrigen Bevölkerung. So nehmen gemäss BFS 38 Prozent davon ihren Gesundheitszustand als nicht gut wahr, gegenüber 18 Prozent bei den Personen, die nicht auf Pflegeleistungen verzichtet haben.

Mögliche Gründe für das grössere Gesundheitsrisiko ärmerer Menschen vermutete das BFS in einem schwierigeren sozialen Umfeld, so etwa hinsichtlich der Lebensbedingungen und -gewohnheiten oder der Arbeit. Umgekehrt könnten es gesundheitliche Probleme auch erschweren, ein ausreichendes Einkommen zu erzielen.

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SDA-ATS