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Die französische Polizei soll die drei Täter des Terroranschlags auf das Satiremagazin "Charlie Hebdo" identifiziert haben. Darunter seien zwei Brüder aus Paris mit französischer Staatsangehörigkeit, berichtete die Zeitung "Le Monde" unter Berufung auf Ermittler.

Nach dem Blutbad in der Redaktion war zunächst unklar, wie viele Täter daran beteiligt waren. Der Staatsanwalt sprach von "mindestens zwei" Angreifern, ein Augenzeuge soll drei Täter gesehen haben.

Innenminister Bernard Cazeneuve hatte zuvor berichtet, dass es beim Anschlag auf die Satire-Zeitung drei Täter gab. Es werde alles getan, um die Kriminellen, die hinter diesem "barbarischen Akt" steckten, ausser Gefecht zu setzen, sagte er nach einer Krisensitzung im Élysée-Palast. Konkrete Angaben zur jeweiligen Rolle der Attentäter machte Cazeneuve nicht.

Zunächst war von mindestens zwei Angreifern die Rede gewesen. Die mit Kalaschnikows bewaffneten Attentäter waren am Vormittag in die Redaktionsräume der Satire-Zeitung im Zentrum von Paris eingedrungen, die für ihre provokanten Mohammed-Karikaturen bekannt ist.

Mindestens zwölf Personen wurden getötet, darunter auch der Chefredaktor und die bekannten Karikaturisten Charb, Cabu, Wolinski und Tignous. Sieben weitere Menschen wurden bei dem blutigsten Anschlag in Frankreich seit vier Jahrzehnten nach Angaben der Staatsanwaltschaft verletzt, vier von ihnen schwer. Die Attentäter konnten unerkannt flüchten.

Auf Videoaufnahmen ist zu sehen, wie zwei vermummte Männer mit Kalaschnikow-Gewehren die Redaktion im Zentrum der französischen Hauptstadt stürmen. Ein Mann schrie "Allahu akbar" ("Gott ist gross"), danach sind erste Schüsse zu hören. Auch rief einer der Täter "Wir haben den Propheten gerächt".

Scharfe Reaktionen

Präsident François Hollande eilte zum Tatort und sprach von einem Terroranschlag. Hollande kündigte Härte gegen die Täter an: "Wir werden die Angreifer bestrafen und so lange jagen wie nötig." Die Regierung rief für Paris die höchste Terror-Warnstufe aus.

Von französischen Muslimvereinigungen kamen scharfe Worte. Der französische Rat des muslimischen Glaubens (CFCM) sprach von einem "barbarischen" Akt "gegen Demokratie und Pressefreiheit". Auch die den Muslimbrüdern nahestehende Union der islamischen Organisationen Frankreichs (UOIF) kritisierte den "kriminellen Angriff und diese schrecklichen Morde".

Bereits 2011 war die Wochenzeitung Ziel eines Brandanschlags, nachdem sie eine Abbildung des islamischen Propheten Mohammed auf ihrer Titelseite veröffentlicht hatte. Bildliche Darstellungen Mohammeds sind im Islam verboten.

In Frankreich kam am Mittwoch das neue Buch von Michel Houellebecq mit dem Titel "Unterwerfung" auf den Markt. Es spielt in einem vom Islam dominierten Frankreich. Dagegen hatte es heftige Proteste von Muslimen gegeben. Die jüngste Ausgabe von "Charlie Hebdo" widmete sich am Mittwoch Houellebecqs Buch.

International sorgte der Anschlag für scharfe Reaktionen, von Moskau über Berlin, Brüssel und London bis Washington wurde er verurteilt. "Die Morde in Paris sind ekelerregend", schrieb der britische Premier David Cameron auf Twitter. "Wir stehen an der Seite des französischen Volks im Kampf gegen Terror und beim Verteidigen der Pressefreiheit."

Bestürzung in der Schweiz

Die Bestürzung ist auch in der Schweiz gross. Die Schweiz verurteile das Attentat in Paris, sagte Bundespräsidentin Simonetta Sommaruga gemäss Tweet von Bundesratssprecher André Simonazzi. Sie drücke Frankreich ihr Beileid aus.

Verlegerpräsident Hanspeter Lebrument sagte, ein solches Attentat habe grosse Wirkung und Konsequenzen, es sei "wie ein Fanal". Nach diesem Angriff könne man sich nicht einfach zurücklehnen.

Lebrument sieht neue Herausforderungen auf die Medien zukommen. Zum einen müsse man sich überlegen, ob die Sicherheit der Redaktionen gewährleistet sei. Zum andern werde es zunehmend schwierig für Medienschaffende, das Verhältnis zwischen einheimischer Bevölkerung und Zugewanderten mit muslimischem Hintergrund zu beschreiben.

Der Westschweizer Verlegerverband Médias Suisses zeigte sich konsterniert. Es sei ein "schwarzer Tag" für die Pressefreiheit, sagte Generalsekretär Daniel Hammer.

Der Journalistenverband Impressum äusserte sich in einer Mitteilung "zutiefst erschüttert". "Wir verurteilen den Angriff auf die Presse- und Meinungsäusserungsfreiheit aufs Schärfste und rufen die Behörden auf, die Verantwortlichen des Massakers und ihre Hintermänner ohne Rücksicht auf andere Interessen zur Verantwortung zu ziehen."

Anschlag überlebt

Eine Karikaturistin der Westschweizer Satire-Zeitschrift "Vigousse" hat den Anschlag auf "Charlie Hebdo" überlebt. Die unter dem Namen "Coco" bekannte Künstlerin versteckte sich unter einem Möbel, wie "Vigousse"-Chefredaktor Thierry Barrigue der Nachrichtenagentur sda sagte.

Nach dem Anschlag in Paris hat die dänische Zeitung "Jyllands-Posten" die Sicherheit in ihren Redaktionshäusern verschärft. Die "Jyllands-Posten" hatte 2005 zwölf Mohammed-Karikaturen veröffentlicht.Diese hatten heftige Reaktionen in der islamischen Welt ausgelöst. Ein Anschlag auf die Redaktion in Kopenhagen hatte 2010 vereitelt werden können.

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SDA-ATS