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Nach dem Absturz eines Airbus von Germanwings ändern Fluggesellschaften im In- und Ausland ihre Regeln für die Besetzung des Cockpits. Demnach müssen sich während eines Fluges zu jedem Zeitpunkt zwei Personen im Cockpit aufhalten.

Lufthansa gab am Freitag bekannt, dass die neue Regelung für alle Fluggesellschaften der Gruppe gelte, also auch für die beiden Schweizer Airlines Swiss und Edelweiss Air. Die Swiss teilte entsprechend mit, dass auf ihren Flügen bei Abwesenheit eines Piloten ab sofort immer ein anderes Crew-Mitglied im Cockpit anwesend sein müsse. Edelweiss-Sprecher Andreas Meier bestätigte auf Anfrage, dass sich auch Edelweiss den Regeln des Mutterkonzerns anpasse.

Zuvor hatte Österreich offiziell die neue Regelung bekannt gegeben. Die Massnahme gelte ab sofort, sagte eine Sprecherin des Verkehrsministeriums in Wien. Sie forderte eine entsprechende europaweite Regelung.

Easyjet und Helvetic reagierten gleich

Am Donnerstag hatten Easyjet Schweiz und Helvetic Airways ihre Sicherheitsregeln entsprechend angepasst. Auch Air Berlin - Muttergesellschaft der schweizerischen Belair -, Air Baltic, Air Canada und Icelandair kündigten neue Regeln für die Besetzung des Cockpits an.

Auch bei den britischen Fluggesellschaften Virgin Atlantic, Monarch und Thomas Cook muss sich künftig ein Mitglied der Kabinen-Besatzung im Cockpit aufhalten, wenn ein Piloten seinen Platz verlassen muss. British Airways wollte sich am Freitag noch nicht äussern.

Australien gab bekannt, die Regeln zu überprüfen. Die Regierung habe von den australischen Fluglinien Information zu ihren Abläufen im Cockpit angefordert, berichtete die Nachrichtenagentur AA. Australien wolle sicherstellen, das Fliegen auch weiterhin die sicherste Transportmethode bleibe, sagte Regierungschef Tony Abbot.

Bei der tschechischen Czech Airlines gilt die Zwei-Mann-Regel bereits seit den Anschlägen vom 11. September 2001 in den USA. "Wenn einer der Piloten das Cockpit verlässt, muss ein Flugbegleiter auf einem Ersatzsitz Platz nehmen und auf dessen Rückkehr warten", sagte ein Sprecher der Fluggesellschaft im tschechischen Radio. In anderen Ländern wie den USA ist es schon länger Standard, dass keine Person je alleine im Cockpit sein darf.

"Flugbegleiter kann Katastrophe nicht verhindern"

Auslöser für diese Sicherheitsmassnahmen ist das Flugzeugunglück vom Dienstag in den französischen Alpen, bei dem 150 Menschen ums Leben kamen. Der Co-Pilot der Germanwings-Maschine brachte nach den bisherigen Ermittlungen den Airbus am Dienstag offenbar absichtlich zum Absturz, als er allein im Cockpit sass.

Der Flugkapitän hatte die Kabine kurz verlassen, um auf die Toilette zu gehen. Er kam danach nicht zurück ins Cockpit, weil der Co-Pilot offenbar bewusst die Tür nicht öffnete. Dies hatte Diskussionen darüber ausgelöst, ob immer zwei Crewmitglieder im Cockpit sitzen müssen.

Skeptisch zur Zwei-Mann-Regel äusserte sich der ehemalige Sicherheitschef der polnischen Fluggesellschaft LOT, Jerzy Dziewulski. Flugbegleiter im Cockpit könnten während der Abwesenheit eines der Piloten eine Katastrophe nicht verhindern, sagte er im polnischen Nachrichtensender "TVN 24".

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SDA-ATS