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Auditor akzeptiert Freispruch nicht und zieht Urteil weiter

Dieser Inhalt wurde am 25. November 2009 - 17:56 publiziert
(Keystone-SDA)

Bern - Das Unglück an der Jungfrau vor über zwei Jahren mit sechs toten Armeeangehörigen kommt nochmals vor Gericht. Der Auditor des Militärgerichts 7 legte gegen die Freisprüche der beiden Bergführer Berufung ein, wie die Militärjustiz mitteilte.
Die zwei Bergführer im Alter von 34 und 47 Jahren waren am letzten Freitag in Chur nach fünftägigen Verhandlungen von Schuld und Strafe freigesprochen worden. Sie erhielten zudem Entschädigungen von 75'000 und 90'000 Franken.
In den Reihen der Angehörigen der verunglückten Wehrmänner, die den Prozess im Saal des Bündner Grossen Rates mitverfolgten, lösten die Urteile grosse Konsternation aus. Die Bergführer waren im grössten Militärprozess der letzten Jahre der mehrfachen fahrlässigen Tötung sowie der fahrlässigen Nichtbefolgung von Dienstvorschriften angeklagt.
Beim Unglück am 12. Juli 2007 starben fünf Rekruten sowie ein Wachtmeister im Alter von 20 bis 23 Jahren. Sie stürzten in zwei Seilschaften vom Gipfelhang der Jungfrau rund 1000 Meter in die Tiefe. Sechs weitere Wehrmänner sowie die Bergführer überlebten.
Der militärische Ankläger, der Auditor, hatte für beide Bergführer bedingte Freiheitsstrafen von neun Monaten sowie Bussen von 1500 Franken gefordert. Die Verteidiger der Alpinisten verlangten Freisprüche.
Nach der Berufung wird das Jungfrau-Drama vor dem Militärappellationsgericht 2 nochmals aufgerollt. Wann und wo die Verhandlungen stattfinden, konnte Silvia Schenker, Sprecherin der Militärjustiz, auf Anfrage noch nicht sagen. Das Appellationsgericht 2 ist zuständig für die deutschsprachige Schweiz.
Die Gerichtsverhandlungen werden laut Schenker wieder öffentlich geführt. Es gebe erneut ein Beweisverfahren, in der Regel ein verkürztes, weil die Akten vorgängig unter den Richtern zirkulierten. Den Parteien sei es gestattet, neue Beweismittel einzubringen.

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