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Die burmesische Oppositionsführerin Aung San Suu Kyi hat die internationale Gemeinschaft vor zu viel Optimismus gegenüber ihrem Heimatland gewarnt. Burma sei noch immer in einer sehr frühen Phase des Demokratisierungsprozesses.

Es sei eine "gesunde Skepsis" gefragt, sagte die Friedensnobelpreisträgerin Suu Kyi am Freitag auf dem regionalen Weltwirtschaftsforum für Ostasien in der thailändischen Hauptstadt Bangkok.

"In diesen Tagen stosse ich immer wieder auf etwas, das ich leichtsinnigen Optimismus nenne", sagte sie. Ihr Land müsse die Bildung verbessern und Arbeitsplätze schaffen. Die hohe Jugendarbeitslosigkeit nannte Suu Kyi eine "Zeitbombe". Zudem gebe es in Burma noch immer keine unabhängige Justiz und Rechtsstaatlichkeit.

Die langjährige Militärherrschaft und harte Sanktionen des Auslands haben die Wirtschaft in Burma weitgehend zum Erliegen gebracht. Millionen Menschen suchten ausserhalb des Landes eine Beschäftigung. Ihr Land liege zwar hinter allen zurück. Aber Burma könne auch aus den Fehlern der anderen lernen.

Suu Kyi hatte über 20 Jahre in Haft oder unter Hausarrest verbracht. Burma hatte sie 24 Jahre lang nicht verlassen aus Angst, das Militärregime könnte sie nicht wieder einreisen lassen.

Besuche in Genf und Bern geplant

Im Juni reist Suu Kyi nach Europa, unter anderem auch in die Schweiz. In Genf wird sie am 14. Juni an einer Tagung der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) teilnehmen.

Wie das Eidg. Departement für auswärtige Angelegenheiten (EDA) am Freitag mitteilte, wird sie am Abend nach Bern weiterreisen. Dort werde Suu Kyi als Ehrengast an einem Nachtessen mit Justizministerin Simonetta Sommaruga und Bundespräsidentin Eveline Widmer-Schlumpf erwartet.

Am 15. Juni wird die burmesische Freiheitskämpferin gemäss den Angaben des EDA dann Aussenminister Didier Burkhalter zu Gesprächen treffen. Im Zentrum werde dabei die politische Situation in Burma stehen. Noch am gleichen Tag stattet Suu Kyi ausserdem auch dem Parlament einen Besuch ab.

Von der Schweiz aus reist Suu Kyi dann nach Oslo weiter, wo sie am 16. Juni mit 21 Jahren Verspätung ihre Dankesrede zur Verleihung des Friedensnobelpreises halten soll.

Pressezensur soll Ende Juni Geschichte sein

Unabhängig von Suu Kyis Äusserungen in Bangkok hat am Freitag der Leiter der staatlichen burmesischen Zensurbehörde erklärt, die Zensur in dem südostasiatischen Land in wenigen Wochen abschaffen zu wollen. "Es wird ab Ende Juni keine Überwachung der Presse und keine Kontrolle von Zeitungen oder Zeitschriften mehr geben", sagte Tint Swe in einem Gespräch mit der französischen Nachrichtenagentur AFP.

SDA-ATS