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Für Headhunter Guido Schilling sind ausländische Top-Manager in Schweizer Grosskonzernen unverzichtbar: Bald werden diese die Mehrheit in den Geschäftsleitungen stellen. Bei den Verwaltungsräten hofft Schilling hingegen, dass sie in Schweizer Hand bleiben werden.

Ende 2011 waren in den 115 grössten Schweizer Unternehmen 45 Prozent der Geschäftsleitungsmitglieder Ausländer. Auch im Vorjahr waren es so viele gewesen.

Dass die Zahl nach jahrelangem Anstieg stagniert ist, sagt laut Schilling nicht aus: "2014 wird die Mehrheit der Geschäftsleitungsmitglieder aus Ausländern bestehen", sagte der Topkräftevermittler am Montag bei der Vorstellung seiner neusten Managementstudie "Schilling-Report" in Zürich.

Anteil der Deutschen wächst

32 Prozent der Chefs waren Ende Jahr Deutsche (+2 Pte.). Alleine diese Gruppe verhelfe der Schweiz zu Wachstum und Wohlstand, sagte Schilling: "Ohne sie hätte die Schweizer Wirtschaft ein Problem", sagte er. Zudem fühlten sich schweizerische und deutsche Manager einer ähnlichen Führungskultur verpflichtet, sagte Schilling.

Dennoch ist es für Schilling erstaunlich, dass die Schweizer Wirtschaft auch 2011 deutsche Manager gewinnen konnte: "Im Gegensatz zu 2009/2010 ging es der deutschen Wirtschaft gut." Zudem schreckten Berichte deutscher Medien über ausländerkritische Stimmungen in der Schweiz deutsche Managerfamilien tendenziell ab.

Deutschland sei ein ideales Reservoir für die Suche nach Führungskräften: Es gebe einfach nicht genug Schweizer für entsprechende Posten, und im Top-Management der grossen Weltkonzerne sei die Nationalität der Funktionsträger heute häufig Zufall, sagte Schilling.

Von den 20 Unternehmen des Börsenleitindex' SMI hatten Ende 2011 zwei Drittel einen ausländischen Chef. In den am stärksten kapitalisierten Unternehmen der Schweiz dominieren jedoch nicht Deutsche, sondern Amerikaner.

VR müssen Schweiz kennen

Etwas anders sieht Schilling die Entwicklung bei den Verwaltungsräten von 89 grossen Schweizer Unternehmen, die im Schilling-Report untersucht wurden: Dort liegt der Ausländeranteil bei 34 Prozent, was gegenüber dem Vorjahr einen Prozentpunkt Rückgang bedeutet.

Für Schilling ist es wichtig, dass die Verwaltungsräte die Schweiz kennen: "Sie müssen sich beispielsweise mit dem Obligationenrecht auskennen", sagte der Personalspezialist. Ohne diese Voraussetzung sei es schwierig, in einem Unternehmen hierzulande die Rolle eines Verwaltungsrats zu übernehmen.

Bei den Verwaltungsräten sei die Einbettung in den Kontext eines Landes wichtiger als bei Konzernchefs, die weltweit vernetzte Konzerne lenken. Verwaltungsratspräsidenten würden sich das Leben nicht leichter machen, wenn sie zu viele ausländische Mitglieder für die Aufsichtsgremien vorschlügen, sagte Schilling.

SDA-ATS