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Die Rinder-Seuche Bovine Virusdiarrhoe (BVD) soll in der Schweiz ausgerottet werden. Das 2008 dafür gestartete Programm liegt nur leicht hinter dem Fahrplan zurück. Doch vereinzelte Tierhalter müssen harte Rückschläge verkraften.

Über einen solchen Fall berichtete am Freitag die "BauernZeitung". Ein trächtiges Rind wurde auf der Alp von einem beim Test nicht gefundenen chronisch infizierten Rind angesteckt. Der Besitzer des trächtigen Rindes verlor danach mehrere Tiere und musste erstmals überhaupt wegen BVD eine Sperre seines Betriebes in Kauf nehmen.

Ohne Schuld angesteckt

Thomas Jäggi vom Geschäftsbereich Viehwirtschaft beim Bauernverband hat Verständnis für den Ärger des Mannes. "Das ist rabenschwarzes Pech", sagt er der Nachrichtenagentur sda, "und das umso mehr, als den Bauern keine Schuld trifft."

Ähnlich tönt es beim Bundesamt für Veterinärwesen (BVET): Lukas Perler, Leiter Tiergesundheit, räumte in einem Interview mit der "BauernZeitung" ein, dass kein Test zu 100 Prozent sicher sei. Aber falsche Testergebnisse "kommen zum Glück nur äusserst selten vor".

Dennoch sei die Kampagne bisher insgesamt erfolgreich verlaufen, sagen Perler und Jäggi. Die BVD-Ausrottung in der Schweiz liegt zwar etwas hinter dem Fahrplan zurück, kommt aber schneller voran als in anderen Ländern. Laut BVET waren vor der Kampagne über 1 Prozent aller neu geborenen Kälber chronisch mit BVD infiziert. Inzwischen sind es noch 0,1 Prozent.

Für Menschen ungefährlich

BVD ist für Menschen ungefährlich. Chronisch infizierte Kälber scheiden die Viren ihr Leben lang aus und stecken andere Tiere an, bevor sie an der Krankheit eingehen. Um das Virus auszurotten, werden gezielt diese Tiere ausgemerzt. Werden trächtige Kühe zu einem bestimmten Zeitpunkt mit BVD angesteckt, ist das Kalb ebenfalls chronisch infiziert.

Muss ein Landwirt ein angestecktes Tier abtun, erhält er vom Kanton eine Entschädigung. Obwohl viele Rinder nur leicht erkranken, wurde der wirtschaftliche Schaden durch BVD vor dem Start der Kampagne auf rund 10 Millionen Franken pro Jahr geschätzt. 2008 zählte das Bundesamt für Statistik in der Schweiz rund 1,6 Millionen Rinder, davon rund 730'000 Kühe.

SDA-ATS