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Autorin in Bahrain muss ein Jahr ins Gefängnis

Die bahrainische Jung-Dichterin Ajat al-Karmesi ist von einem Staatssicherheitsgericht zu einer einjährigen Freiheitsstrafe verurteilt worden. Ihr "Verbrechen": sie hatte während der Pro-Demokratie-Proteste im Februar ein Gedicht verlesen.

Darin rief sie zur "Verwerfung der Unterdrückung / Mit Frieden als unserem Mittel" auf. Das Sondergericht in Manama sah dies als "Schüren des Hasses gegen das herrschende System", berichtete die staatliche Nachrichtenagentur BNA am Sonntag.

Nach eigenen Angaben wurde die 20-jährige Al-Karmesi in der Untersuchungshaft geschlagen und mit Elektroschocks gefoltert. Sie war am 30. März festgenommen worden, als sie sich den Behörden gestellt hatte.

Zuvor hatten vermummte Einsatzpolizisten das Haus ihrer Eltern gestürmt und mit der Ermordung ihres Bruders gedroht, falls sie nicht bei der Polizei erscheine.

Sieben weitere Demonstranten wurden am Sonntag im selben Verfahren zu Gefängnisstrafen zwischen sechs Monaten und sechs Jahren verurteilt. Die jungen Männer waren des versuchten Mordes an Polizisten oder Zivilbeamten beschuldigt worden. Sie bestritten die Vorwürfe.

Die Verteidigungsmöglichkeiten sind in Bahrain vor Staatssicherheitsgerichten eingeschränkt. Die Urteile sind noch nicht rechtskräftig.

Demonstranten hatten im Frühjahr politische Reformen und ein Ende der Diskriminierung der schiitischen Bevölkerungsmehrheit unter dem sunnitischen Königshaus verlangt. Gegen die Demonstranten setzte das pro-westliche Regime brutale Gewalt ein, selbst Truppen aus dem Nachbarland Saudi-Arabien kamen zum Einsatz.

31 Menschen wurden dabei nach Angaben von Menschenrechtlern getötet und Dutzende weitere verletzt. Die Behörden verhafteten fast 900 Menschen.

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