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Der mutmassliche Anschlag eines Palästinensers in Jerusalem mit einem Toten und sieben Verletzten hat in Israel Sorge vor weiterer Gewalt ausgelöst. Politiker forderten weitergehende Reaktionen wie erhöhte Polizeipräsenz und eine Beschleunigung des Siedlungsbaus.

Am Mittwochabend war ein junger Palästinenser mutmasslich mit Absicht mit seinem Auto in eine Strassenbahnhaltestelle gerast. Ein drei Monate altes Baby starb, sieben Menschen wurden teils schwer verletzt.

Der mutmassliche Attentäter wurde von Sicherheitskräften angeschossen. Er starb in der Nacht an seinen Verletzungen, wie das Schare-Zedek-Spital in Jerusalem mitteilte.

Verteidigungsminister Mosche Jaalon beschuldigte die Palästinensische Autonomiebehörde, die Menschen gegen Israel aufgehetzt zu haben. Der Angriff sei das Resultat einer Erziehung, die zum Hass gegen die Juden aufrufe, schrieb Jaalon auf Twitter.

Politik der harten Hand gefordert

Wirtschaftsminister Naftali Bennett forderte Medienberichten zufolge als Antwort auf den Angriff eine Ausweitung des israelischen Siedlungsbaus in den besetzten Gebieten und eine Politik der harten Hand.

In den vergangenen Monaten habe es mehr als 200 Angriffe mit Steinen und Brandflaschen auf israelische Sicherheitskräfte und jüdische Häuser gegeben, ohne dass die Sicherheitskräfte "angemessen" reagiert hätten, kritisierte der Chef der rechtsgerichteten Siedlerpartei. "Was wir tun müssen, ist zu sagen: Wir bleiben hier und bauen in unserer Hauptstadt", sagte Bennett.

Der Bürgermeister von Jerusalem, Nir Barkat, nannte die Situation in Jerusalem "nicht hinnehmbar" und forderte schärfere Sicherheitsmassnahmen und eine erhöhte Polizeipräsenz im arabischen Ostjerusalem. Nach dem Angriff war es dort in der Nacht zu Krawallen gekommen.

Mutmasslicher Täter sass im Gefängnis

Auch in Silwan, dem Wohnort des Täters, kam es zu Ausschreitungen, wie Polizeisprecher Micky Rosenfeld bestätigte. Palästinenser bewarfen Sicherheitskräfte mit Steinen. Am Donnerstagmorgen warfen Unbekannte Steine auf die Jerusalemer Strassenbahn und einen jüdischen Kindergarten in Ostjerusalem.

Einer Hamas-nahen Webseite zufolge soll der Täter Verbindungen zu der radikalislamischen Organisation gehabt haben. Die Mutter des Täters sagte einer Webseite, ihr Sohn habe 16 Monate im Gefängnis gesessen und sei Ende 2013 entlassen worden. Im Februar 2014 sei er erneut für 20 Tage in Haft genommen worden.

Der israelische Geheimdienst habe den Mann eingeschüchtert und oft zu Verhören einbestellt. Deshalb sei er in einem schwierigen psychologischen Zustand gewesen, sagte die Mutter.

Seit Wochen gibt es in Jerusalem und den Palästinensergebieten vermehrt Spannungen. Immer wieder kommt es zu Zusammenstössen zwischen Palästinensern und israelischen Sicherheitskräften.

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SDA-ATS