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Stau im Güterverkehr: Die Sperrung der Bahnstrecke zwischen Rastatt und Baden-Baden in Deutschland hat grosse Auswirkungen auf den Personen- und Warenverkehr in Europa.

KEYSTONE/dpa/A9999/_RENE PRIEBE

(sda-ats)

In Deutschland suchen Experten nach einer Lösung, um eine wichtige Achse im Nord-Süd-Bahnverkehr wieder freigeben zu können. Bahn und Bauunternehmen bereiten die Stabilisierung des Tunnels in Rastatt vor, über dem ein Abschnitt der Rheintalbahn abgesackt ist.

Die wahrscheinlichste Lösung ist nach Angaben der Deutschen Bahn Beton. Der Tunnel soll auf 50 Meter Länge komplett ausgefüllt werden. Das bedeutet aber auch, die teure Tunnelbohrmaschine, ein 90 Meter langes High-Tech-Gerät, wäre verloren. Sie kann nicht geborgen werden.

Wann und wie es dann unter der Erde weitergeht, konnte der Bahn-Bevollmächtigte für Baden-Württemberg, Sven Hantel, am Dienstag noch nicht sagen. Über der Erde könnte dann aber die Strecke wieder instandgesetzt werden. Wann wieder Züge über den Abschnitt der wichtigen europäischen Nord-Süd-Verbindung zwischen Holland und Italien fahren können, ist unklar. Der zunächst angepeilte Termin 26. August stehe in Frage.

Einbussen im Tourismus

Die Stadt Baden-Baden fordert von der Bahn, dass der Zugverkehr zeitnah wieder regulär verläuft. Wegen der Ferienzeit könne es unter anderem zu Einbussen beim Tourismus kommen. Derweil wurden laut Presseberichten Rufe von Politikern laut, dass sich das deutsche Bundesverkehrsministerium des Falles annehmen soll.

Die Deutsche Bahn baut seit Jahren in einem Grossprojekt die Rheintalbahn aus. Um das badische Rastatt vom Lärm zu entlasten, soll ein knapp 4300 Meter langer Tunnel mit zwei getrennten Röhren unter der Stadt durchführen.

Der Schaden ist am Samstag dort aufgetreten, wo der Tunnel die alte Bahnstrecke kreuzt. Dabei gibt es nur wenige Meter Erde zwischen Tunnel und Oberfläche. Um das unterirdische Bohren zu ermöglichen, wurde der Boden vereist. Damit sollte er fest und wasserundurchlässig werden.

Stau von Güterzügen in Europa

Wegen der Totalsperre sind die Bahnunternehmen zum Handeln gezwungen. Jetzt sollen Ausweichstrecken in Deutschland, Frankreich und der Schweiz angeboten werden. Güterzüge stauten sich nach Bahnangaben überall auf der Strecke von Rotterdam bis Genua. Die Bahn rechnet damit, dass Spediteure Verkehr vorübergehend auf die Strasse verlagern.

BLS Cargo etwa leitete am Dienstag den ersten Güterzug via Frankreich um. BLS Cargo fährt pro Woche rund 400 Züge im Transit durch die Schweiz, wovon rund 140 direkt von der Sperre betroffen sind.

Das Unternehmen ist nach eigenen Angaben in engem Kontakt mit den Kunden und den ausländischen Bahnpartnern, um alternative Leitungswege für die Züge zu ermöglichen.

Der Schienenersatzverkehr für Reisende auf dem unterbrochenen Streckenabschnitt zwischen Rastatt und Baden-Baden funktioniert dagegen laut Angaben der Bahn gut.

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SDA-ATS