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Ban beklagt fast 500 Tote seit Beginn der Offensive auf Aleppo

Russischer Militär bei einem Briefing über die Angriffe auf Aleppo: Russland greift nach eigener Darstellung nur Stellungen von Militanten an. (Archivbild)

KEYSTONE/AP/IVAN SEKRETAREV

(sda-ats)

Seit Beginn der Offensive auf das syrische Aleppo sind nach Angaben von UNO-Generalsekretär Ban Ki Moon fast 500 Menschen getötet und rund 2000 weitere verletzt worden. Ban Ki Moon nannte die Angriffe "entsetzlich".

Die am 22. September begonnenen Angriffe der syrischen und russischen Luftwaffe seien die schwersten in dem mehr als fünfjährigen Krieg, sagte Ban bei einer Sondersitzung der UNO-Generalversammlung am Donnerstag in New York.

Mehr als ein Viertel der Todesopfer seien Kinder. Seit Anfang Juli habe kein Hilfskonvoi der UNO mehr die Stadt erreicht, Essensrationen würden bis Ende des Monats ausgehen, warnte Ban. Hunger werde als Kriegswaffe eingesetzt.

Der UNO-Generalsekretär erinnerte mahnend an Katastrophen wie in Srebrenica und Ruanda. "Wann wird sich die internationale Gemeinschaft endlich zusammentun, um dieses Gemetzel zu beenden?" Ban forderte "vollen humanitären Zugang" zum Ostteil der syrischen Stadt.

Botschafter reagiert

Der russische UNO-Botschafter Vitali Tschurkin reagierte "verblüfft". Ban und weitere Redner hätten nicht "mit einem Wort über terroristische Organisationen" gesprochen, "als ob das Desaster in Syrien wie der Hurrikan sei, der Haiti getroffen hat".

Seine US-Kollegin Samantha Power erwiderte darauf, es seien nicht "die Terroristen, die Bomben auf die Spitäler und die zivilen Häuser in Ost-Aleppo abwerfen". "Das sind das Assad-Regime und Russland."

72 Länder unter der Führung Kanadas hatten die Sondersitzung beantragt, um die Blockade im UNO-Sicherheitsrat zu lösen. Dieser ist unfähig, eine gemeinsame Linie in dem Konflikt zu finden und sich für Friedensbemühungen einzusetzen.

Russlands Vetos

Anfang des Monats hatte Russland zum fünften Mal seit dem Beginn des Bürgerkriegs 2011 sein Veto gegen eine Resolution des Sicherheitsrats eingelegt, in dem ein sofortiges Ende der Luftangriffe auf Aleppo gefordert wurde. Ein russischer Gegenvorschlag wurde mehrheitlich abgelehnt.

Kanadas Aussenminister Stéphane Dion forderte, die Generalversammlung müsse dringend handeln. Eine "kurze humanitäre Pause, einseitig verkündet, ohne Vorankündigung und ohne klare Parameter," reiche nicht für die notwendigen Hilfen.

Unklar blieb, welche konkreten Massnahmen das Gremium, dessen Resolutionen nicht-bindend sind, ergreifen könnte. Diplomaten sahen die Gespräche als Versuch, den Druck auf Russland und Syrien zu erhöhen.

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