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Rohingya stehen in einem Flüchtlingscamp nahe Kutupalong (Bangladesch) für Nahrungspakete an: Die Armee half bisher nur bei der Verteilung von Hilfsgütern, nun soll sie auch helfen, Notunterkünfte aufzubauen.

KEYSTONE/AP/DAR YASIN

(sda-ats)

Die Regierung von Bangladesch hat einen Hilfseinsatz der Armee für die über 420'000 Rohingya-Flüchtlinge angeordnet, die in den letzten Wochen aus Myanmar ins Land gekommen sind. Die Soldaten sollen bei der Errichtung von Notunterkünften helfen und für Ordnung sorgen.

Dies teilte der Minister für Strassenverkehr, Obaidul Quader, am Mittwoch mit. Die Anordnung wurde demnach von Regierungschefin Sheikh Hasina erteilt.

Der Truppeneinsatz in der Umgebung der Grenzstadt Cox's Bazar beginne mit sofortiger Wirkung, sagte Quader. Bislang waren die Soldaten bereits im Einsatz, um Hilfslieferungen aus dem Ausland vom Flughafen Chittagong nach Cox's Bazar zu organisieren.

Hasina: Myanmar verhindert Rückkehr

Hasina forderte derweil Myanmar auf, die Geflüchteten zurückkehren zu lassen. "Wir haben gesagt: Sie sind eure Bürger, ihr müsst sie zurücknehmen, für ihre Sicherheit und für ihre Unterbringung sorgen", sagte sie bei einem Treffen der 57 Mitgliedsstaaten der Organisation für Islamische Zusammenarbeit (OIC) am Rande der UNO-Vollversammlung in New York.

Die Regierung von Myanmar reagiere jedoch nicht auf ihre Aufforderung. "Stattdessen legt Myanmar Landminen entlang der Grenze, um die Rückkehr der Rohingya zu verhindern", so Hasina. Sie rief die islamische Welt zu gemeinsamen Anstrengungen für eine Lösung der humanitären Krise in ihrem Land auf.

Die Regierungschefin Bangladeschs warf Myanmar vor, gegen die Rohingya eine Politik der "ethnischen Säuberungen" zu betreiben. Im zu mehr als 90 Prozent von Buddhisten bevölkerten Myanmar werden die muslimischen Rohingya als illegale Einwanderer angesehen und als "Bengalen" bezeichnet - obwohl viele von ihnen seit Generationen im Land leben.

Prekäre Lage

Die Rohingya sind staatenlos, seit das damalige Birma ihnen 1982 die Staatsbürgerschaft entzog. Der seit Jahren andauernde Konflikt war Ende August eskaliert, als Rohingya-Rebellen Soldaten und Polizisten Myanmars angriffen und dutzende Sicherheitskräfte töteten.

Das Militär reagierte mit Gegengewalt. Hunderte Menschen wurden getötet, ihre Häuser niedergebrannt. Auch die UNO spricht von "ethnischen Säuberungen".

Die Situation der Flüchtlinge in Bangladesch ist nach Angaben der Vereinten Nationen und Hilfsorganisationen prekär: Die Lager sind voll; es fehlt an Zelten, Essen, Wasser und Medizin. Hinzu kommt Monsunregen. Etwa sechs von zehn Flüchtlingen sind Kinder.

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SDA-ATS