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Der FC Basel erreicht als erste Mannschaft den Cupfinal. Der hohe Favorit setzt sich im Halbfinal in Winterthur eher glücklich 3:1 durch.

Das Fussball-romantische Stück auf der Winterthurer Schützenwiese hielt auch diesmal kein Happy End für den Underdog bereit. Der FC Winterthur, der Letzte der Challenge League, verlor zum dritten Mal in den letzten sieben Jahren im Cup gegen den FC Basel, seinen Konterpart aus der Super League, diesmal nach einer torlosen ersten und einer hektischen zweiten Halbzeit mit 1:3. Er unterlag - wie im Halbfinal vor fünf Jahren - nach einer starken Leistung. Und - wie im Halbfinal vor fünf Jahren - stand ein umstrittener Schiedsrichter-Entscheid am Ursprung der knappen Niederlage.

Die entscheidende Szene spielte sich zu Beginn der zweiten Halbzeit beim Stand von 0:0 ab. Winterthurs Captain Patrik Schuler setzte in der 51. Minute im eigenen Strafraum zu einer Grätsche gegen Marc Janko an. Er traf zuerst den Ball und holte dann, einen Tick verzögert, Janko von den Beinen. In Echtzeit war nicht leicht zu erkennen, was in welcher Reihenfolge passierte. Schiedsrichter Sascha Amhof entschied auf Penalty und avancierte damit fünf Jahre nach seinem Berufskollegen Alain Bieri aus Winterthurer Sicht zur Persona non grata - genauso wie Janko, der den Penaltyentscheid auf Amhofs Nachfrage nicht revidierte; er war ja auch ziemlich hart getroffen worden.

Erneut sahen sich die Winterthurer also vom Referee um einen möglichen Sieg gebracht. Vor fünf Jahren hatte Bieri ihnen nach einem Foul von Yann Sommer einen Penalty (und eine Rote Karte gegen den FCB-Keeper) verweigert, diesmal erhielt der Gegner einen ungerechtfertigten Penalty zugesprochen.

Winterthur wiederum schlecht belohnt

Die Winterthurer hatten sich lange erfolgreich gegen die Niederlage gestemmt. Und sie taten dies auf eine Art und Weise, wie sie es in der Challenge League in dieser Saison zu selten tun: unbeschwert, frei von Druck, frei im Kopf. Ein Sieg wäre nicht unverdient gewesen. Dreimal zwangen sie FCB-Goalie Tomas Vaclik vor dem 0:1 zu Glanzparaden. Einen Abschluss von Gianluca Frontino lenkte er in der 13. Minute an den Pfosten, einen ähnlichen in der 36. mit einem Blitzreflex neben das Tor.

Die Winterthurer wirkten auch nicht wie ein Abstiegskandidat aus der zweithöchsten Spielklasse. Selbst als der ehemalige FCW-Spieler und -Junior Manuel Akanji in der 85. Minute das vermeintlich entscheidende 2:0 für die Basler erzielte, gaben sie sich nicht geschlagen und erzwangen durch den Anschlusstreffer des vom FCB ausgeliehenen und eingewechselten Arxhend Cani nach einem Abspielfehler von Vaclik (87.) eine turbulente Schlussphase, in welcher Alexander Fransson mit der letzten Aktion und dem 3:1 in der 94. Minute den Schlusspunkt setzte - zumindest auf dem Platz. Die Diskussionen gingen schliesslich weiter.

Winterthur verpasste seinen dritten Finaleinzug nach 1969 und 1975. Der FCB, dessen Anhänger vor dem Spiel aus Protest gegen die vom TV diktierte frühe Anspielzeit mehrere Unterbrüche erzwangen, indem sie Bälle aufs Spielfeld warfen, wahrte derweil seine Chancen auf das erste Double seit 2012. Siebenmal stand er in den letzten zehn Jahren im Cupfinal, dreimal in Folge verlor er zwischen 2013 und 2015.

Am Auffahrts-Donnerstag, 25. Mai, im Stade de Genève trifft Basel in seinem 21. Cupfinal auf den FC Sion, der sich im zweiten Halbfinal im Penaltyschiessen gegen Luzern durchsetzte.

Telegramm:

Winterthur - Basel 1:3 (0:0)

9400 Zuschauer. - SR Amhof. - Tor: 54. Delgado (Foulpenalty) 0:1. 85. Akanji (Zuffi) 0:2. 87. Cani 1:2. 94. Fransson (Sporar) 1:3.

Winterthur: Minder; Hebib, Schuler, Schättin; Radice, Gazzetta (68. Kamber), Ljubicic, Di Gregorio (83. Cani); Frontino; Silvio, Sutter (45. Sliskovic).

Basel: Vaclik; Lang, Suchy, Akanji, Traoré; Serey Die, Zuffi; Callà, Delgado (82. Fransson), Steffen; Janko (61. Sporar).

Bemerkungen: Winterthur ohne Katz (gesperrt), Russo, D'Angelo, Mangold (alle verletzt), Avanzini und Roth (beide krank). Basel ohne Xhaka (gesperrt), Bua (verletzt), Elyounoussi (krank), Balanta, Riveros, Vailati und Petretta (nicht im Aufgebot). 13. Vaclik lenkt Schuss von Frontino an den Pfosten. Verwarnungen: 17. Gazzetta (Foul). 57. Janko (Foul). 88. Hebib (Foul).

SDA-ATS

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