Externer Inhalt

Den folgenden Inhalt übernehmen wir von externen Partnern. Wir können nicht garantieren, dass dieser Inhalt barrierefrei dargestellt wird.

Eine alte Laute aus Marokko liegt in einem Depot des Museums der Kulturen in Basel neben anderen orientalischen Saiteninstrumenten. Die ganze Sammlung des Museums, das 2018 sein 125-jähriges Bestehen feiert, umfasst 320'000 Objekte.

Keystone/GEORGIOS KEFALAS

(sda-ats)

Physisches Sammeln und Ausstellen des kulturellen Erbes der Menschheit hat auch im digitalen Zeitalter nicht ausgedient. Davon ist Anna Schmid, Direktorin des Museums der Kulturen Basel (MKB) überzeugt. Dieses blickt 2018 auf sein 125-jähriges Bestehen zurück.

Schon beim Aufkommen der Fotografie sei das museale Ausstellen von Objekten teils abgeschrieben worden, sagte Schmid am Dienstag vor den Medien. Damals wie heute täusche man sich aber mit der Ansicht, Abbilder ersetzten die realen Objekte: Manchmal erkenne man Details, die zu Erkenntnissen führen, erst mit dem Ding in der behandschuhten Hand.

Schmid verwies auf Computertomografie, die heute bei Bedarf einen Blick ins Innere von Dingen erlaubt, ohne diese zu zerstören. Selbst wenn man von allen 320'000 MKB-Sammlungsobjekten CT-Bilder hätte - was ein Vermögen kosten würde - würden diese nicht überflüssig. Für Wissenschaftler seien nie alle Fragen gestellt und beantwortet, betonte Schmid. Übrigens funktioniere auch das genaue Festlegenwollen mittels Museumsstrategie so eben nicht.

Das Museum der Kulturen hat für Schmid 2011 eine eigene Identität bekommen mit der Einweihung des Anbaus mit eigenem Eingang zum Münsterplatz. Unter dem gleichen Dach mit dem Naturhistorischen Museum sei es früher als eine Art "Universalmuseum" wahrgenommen worden.

Umbruch unter neuem Dach

Der Neuanfang mit neuem Konzept sei "nicht ganz einfach" gewesen, räumt Schmid ein. Manche Gäste hätten anfangs die alte Aufteilung nach Weltregionen vermisst, doch das habe sich weitgehend gelegt. Die Besucherzahlen seien mittlerweile konstant - 2016 waren gut 72'000 Besuchende gezählt worden, 6,7 Prozent weniger als im Vorjahr.

Das 125-Jahre-Jubiläum solle neben Festivitäten auch zur Selbstreflexion genutzt werden, sagte Schmid vor den Medien weiter. Das Exotisieren sei passé; dieses könne Reisen oder das im Internet verfügbare Wissen nicht ersetzen. Zentral sei das Verhältnis der Objekte zum Leben hier und heute.

Um dazu dem Publikum auf den Zahn zu fühlen, bereitet das MKB eine Art Jekami-Ausstellung vor: Dafür können alle via Internet-Voting aus einer durch Vereine und Angefragte getroffenen Vorauswahl am Ende 120 Objekte erküren. Zudem hat das MKB einen Visions-Wettbewerb für alle Studierenden der Uni Basel ausgeschrieben.

Das Sammeln läuft derweil nach bewährtem Muster weiter: Neben einem "bescheidenen" Etat von rund 100'000 Franken im Jahr wird die Sammlung durch Schenkungen arrondiert. Gemäss Schmid wird nur wirklich Ergänzendes angenommen und auch die legale Herkunft der Stücke abgeklärt. Notfalls sei in Basel bis heute auch eine Drittfinanzierung möglich. Platz habe es noch dank Aussendepots mit 8000 Quadratmetern.

MKB quasi Uni-Spinoff

Die erste Sitzung der Ethnographischen Kommission der Universität Basel im Jahr 1893 gilt als Start des heutigen Museums der Kulturen. Schon vorher zeigte das "Museum der Stadt Basel" im 1849 eröffneten Bau von Melchior Berri an der Augustinergasse eine der ersten öffentlich zugänglichen ethnographischen Sammlungen Europas.

In den Anfängen entstand die Museumssammlung aus Mitbringseln von Basler Grossbürgern - etwa Vischers und Sarasins - von deren Reisen. Später übernahmen Ethnologen und professionalisierten das Museum. 1892 entschied die Uni-Regenz, die ethnographische Sammlung von der historisch-antiquarischen zu trennen und eine Kommission einzusetzen.

1917 hofseitig erweitert, trat es ab 1918 als "Museum für Völkerkunde" auf. 1944 benannte der Bundesrat die Europa-Abteilung als "Schweizerisches Museum für Volkskunde". Zum "Museum der Kulturen" umgetauft wurde das Haus 1996. 2011 wurde der Neubauteil aus der Feder der Architekten Herzog & de Meuron eingeweiht.

www.mkb.ch

Neuer Inhalt

Horizontal Line


swissinfo DE

Aufruf, der Facebook-Seite von swissinfo.ch beizutreten

Treten Sie unserer Facebook Seite auf Deutsch bei!

subscription form Deutsch

Aufruf, den Newsletter von swissinfo.ch zu abonnieren

Melden Sie sich für unseren Newsletter an und Sie erhalten die Top-Geschichten von swissinfo.ch direkt in Ihre Mailbox.










SDA-ATS