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Zürich - Vor den Verhandlungen für einen neuen Gesamtarbeitsvertrag (GAV) haben Gewerkschaften die Bauarbeiter nach ihren Anliegen befragt. Die Resultate überraschten, stehen doch nicht mehr Ferien oder höhere Zulagen an der Spitze.
Am wichtigsten ist den befragten 16'000 Bauarbeitern ein Ausbau des sozialen und gesundheitlichen Schutzes, wie die Gewerkschaften Unia und Syna am Dienstag mitteilten. Die Ergebnisse dieser bislang einzigartig breiten Umfrage überraschten, hiess es.
Mit 68,2 Prozent sprachen sich am meisten Bauarbeiter für eine volle Lohnfortzahlung bei unverschuldeten Ausfallstunden infolge Krankheit, Unfall oder Schlechtwetter aus. Heute werden in der Regel nur 80 Prozent des Lohnes gewährt.
Bei den Forderungen an den neuen GAV folgt mit 65,8 Prozent der Nennungen eine klare Regelung, wann Bauleute ihre Arbeit bei Kälte, Nässe oder Hitze einstellen können, um ihre Gesundheit zu schützen. Schlechtwetter ist laut Unia ein wesentlicher Grund dafür, dass jedes Jahr einer von fünf Bauarbeitern verunfallt.
55,1 Prozent der Bauleute sprachen sich zudem für einen verbesserten Kündigungsschutz ab 50 Jahren und für gewerkschaftlich aktive Bauleute aus. Höhere Zuschläge und Spesen sowie mehr Ferien und Feiertage wurden nur von rund einem Drittel genannt. Lediglich 27,6 Prozent nannten "klar geregelte Arbeitszeiten" als Ziel.
Lohnverhandlungen gescheitertAuf Basis des Gesamtarbeitsvertrages verhandeln die Sozialpartner jährlich über Lohnerhöhungen. Für 2011 kam es allerdings zu keiner Einigung. Der Schweizerische Baumeisterverband (SBV) brach die Verhandlungen ab und empfahl seinen Mitgliedern eine Lohnerhöhung um 1 Prozent. Die Gewerkschaften hatten 2,7 Prozent gefordert.
Das ist laut Unia ein "schlechtes Vorzeichen" für die GAV-Verhandlungen. Die Gewerkschaften wollten aber dennoch offen und lösungsorientiert in die Verhandlungen steigen, für die erste vorbereitende Gespräche im Februar stattfinden sollen. In der Vergangenheit ist es auf dem Bau mehrfach zu Streiks gekommen.

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SDA-ATS