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Die meisten Branchen werden kaum etwas von der Ventilklausel merken. Für die Schweizer Landwirtschaft aber wird die Rekrutierung von Arbeitskräften im Ausland teurer, befürchtet der Schweizerische Bauernverband (SBV).

In der Landwirtschaft werden viele Osteuropäer für die Ernte und die Haltung der Nutztiere beschäftigt. Der Schweizerische Bauernverband befürchtet nun, den Bauern könnten qualifizierte und bezahlbare Arbeitskräfte ausgehen.

"Wir haben keine Freude am Entscheid", sagt der stellvertretende SBV-Direktor Urs Schneider am Tag nach dem Bundesratsentscheid. "Doch wir werden ihn akzeptieren und uns arrangieren." Arrangieren heisst in diesem Fall: Die Arbeitskräfte werden voraussichtlich künftig in anderen Ländern - allen voran in Portugal und Spanien - angeworben.

"Wir müssen neue Rekrutierungsmassnahmen ergreifen", sagt Schneider. "Das wird etwas kosten." Denn mit den in Osteuropa angeworbenen Arbeiterinnen und Arbeitern habe es viele "eingespielte Abläufe" gegeben - so seien die gleichen Arbeiter immer wieder gekommen und hätten oft Leute aus dem Bekanntenkreis mitgebracht.

Besorgt ist der Verband auch wegen der Qualität der Arbeitskräfte aus anderen Ländern. Die Menschen aus Osteuropa kämen meistens aus einem landwirtschaftlichen Umfeld und hätten teils Ausbildungen, sagt Schneider. Deshalb hätten sie weniger Mühe, sich mit den Arbeitsbedingungen in der Landwirtschaft zurechtzufinden.

Auswirkungen beschränkt

Die meisten anderen Wirtschaftszweige werden die Kontingentierung der Aufenthaltsbewilligungen dagegen kaum merken. Selbst in den Branchen, in denen viele Ausländer beschäftigt sind, kommen die wenigsten aus den betroffenen Ländern Polen, Tschechien, Slowakei, Ungarn, Estland, Lettland, Litauen und Slowenien.

Im Bauhauptgewerbe beispielsweise erwartet man keine negativen Folgen des Bundesratsentscheids. Martin A. Senn, Vize-Direktor des Schweizerischen Baumeisterverbands (SBV), sagt, dass seine Branche nicht betroffen sei.

Rund zwei Drittel aller Beschäftigten würden zwar aus dem Ausland stammen. "Dabei handelt es sich aber praktisch nur um Arbeiter aus den alten EU-Ländern und dem Balkan", sagte Senn.

SDA-ATS