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Diesmal fasziniert der Bundesliga-Gipfel auf spezielle Art. Im Spektakel zwischen den Bayern und Dortmund geht es nicht mehr um die Meisterschaft, grosser Druck lastet trotzdem auf beiden Klubs.

Der designierte deutsche Meister aus München will sich am Samstag ein gutes Gefühl für das alles überstrahlende Kräftemessen in der Champions League mit Real Madrid holen. Für den BVB geht es nicht nur um die Einstimmung auf einen grossen Abend gegen Monaco, sondern auch um die erneute Zulassung zu Europas Königsklasse.

Zum Start in die Festspielwochen kämpfen beide Vereine mit personellen Problemen. "Kein Risiko" will Bayern-Trainer Carlo Ancelotti beim am Fuss operierten Manuel Neuer eingehen. Zwar startete der Welttorhüter am Freitag mit individuellem Training, aber der BVB-Match kommt zu früh. Wie Thomas Müller erwartet der Italiener den Goalie, der wieder von Sven Ulreich ersetzt wird, am Mittwoch im Viertelfinal-Hinspiel gegen Real Madrid zurück.

Robert Lewandowski soll dagegen gegen Maskenmann Pierre-Emerick Aubameyang "in guter Verfassung" zuschlagen. "Wenn wir gut gegen Dortmund spielen, ist unser Selbstvertrauen gegen Real Madrid besser", sagte Ancelotti. "Wir brauchen die beste Leistung und die beste Aufstellung. Keine Rotation."

Tuchels Personalprobleme

Knifflig ist die personelle Situation für Dortmunds Trainer Thomas Tuchel vor "einem Spiel, das ein bisschen dazwischen hängt". Tuchel bangt um vier Spieler (Weigl, Kagawa, Piszczek, Bartra, fünf (Reus, Schürrle, Rode, Durm, Götze) fehlen ohnehin. "Wir werden alles geben und wollen Wege aufzeigen, den Bayern wehzutun", erklärte Tuchel fast trotzig. Erst im erneuten Duell im Cup-Halbfinal in zweieinhalb Wochen - wieder in München - würden "restlos alle Karten auf den Tisch gelegt".

Die Meister der vergangenen sieben Jahre fiebern dem ewig brisanten Kräftemessen in der Bundesliga entgegen. "Jetzt müssen wir dafür sorgen, dass wir die schönsten Wochen des Jahres erleben dürfen", frohlockte Bayern-Boss Karl-Heinz Rummenigge vor dem "deutschen Klassiker".

Dortmund unter Druck

Dabei nur von einer Generalprobe für Madrid zu sprechen, mache dieses besondere Spiel "ein bisschen zu klein", sagte der Ex-Dortmunder Mats Hummels vor der Partie der zwei besten Rückrundenteams. Für Ancelotti zählt Dortmund zu "den besten Mannschaften in Europa".

Borussia-Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke pries das erste von zwei Duellen im April euphorisch an. "Die ganze Welt schaut zu", hob Watzke hervor und wies auf den grossen Druck hin. "Es geht für uns um mehr als für die Bayern." Hinter Leipzig (55) und Hoffenheim (51) steht für Dortmund (50) das direkte Ticket für das lukrative Geschäft von Europas Elite als wichtigstes Saisonziel auf dem Spiel. "Wir dürfen uns keinen Ausrutscher mehr erlauben", mahnte der besorgte Sportdirektor Michael Zorc.

Entscheidend werden für die Dortmunder für eine neuerliche direkte Qualifikation für die Königsklasse besonders die Treffer des zuletzt für seinen Maskenjubel mit einer Geldbusse bestraften Aubameyang sein. Ancelotti lobte vor dem Duell der Topstürmer beide Super-Torjäger. "Ich bin zufrieden, Lewandowski zu haben und ich denke, Tuchel ist zufrieden, Aubameyang zu haben", sagte Ancelotti, der in der Abwehr auf jeden Fall auf Jérôme Boateng baut.

Der bei den Bayern unersetzbare Lewandowski (24 Bundesliga-Saisontore) jagt in der Torschützenliste den extrovertierten Aubameyang (25 Ligatreffer), der in jedem der vergangenen sieben Pflichtspiele traf. Aber gegen den Ex-Club ist Lewandowski sowieso immer gut aufgelegt: Seit seinem ablösefreien Wechsel im Sommer 2014 von Dortmund nach München traf der Pole in den fünf Bundesligaspielen gegen die Borussia vier Mal.

Derby in Madrid

Auch für Real Madrid hält der Spielplan vor dem Kräftemessen mit den Bayern einen Brocken bereit. Der Leader der spanischen Meisterschaft trifft am Samstag ab 16.15 Uhr im Derby auf Stadtrivale Atletico, der die letzten drei Liga-Gastspiele im Bernabeu allesamt für sich entschieden hat.

Und just vor dem Schlüsselspiel auf dem Weg zum ersten Meistertitel seit fünf Jahren sorgte eine Aussage von Reals Trainer Zinédine Zidane - womöglich aus dem Zusammenhang gerissen - für ordentlich viel Wirbel. "Ich sorge mich immer nur um das nächste Spiel", sagte der Franzose mit Vertrag bis 2018. "Was danach passieren wird, weiss ich nicht." Vorausgegangen war eine Frage nach seinen Plänen für die nächste Saison. Die spanische Sportzeitung "Marca" wertete Zidanes Antwort als "bombazo", als Bombe.

Atletico kann sich in Anbetracht der zehn (auf Real) respektive acht Punkte Rückstand (auf den FC Barcelona) den Titelgewinn in der Meisterschaft praktisch abschminken. Letzte Hoffnung auf eine Trophäe bleibt die Champions League, in der Atletico im Viertelfinal auf Leicester treffen wird.

Weil die "Colchoneros" die letzten fünf Partien gewannen und in den letzten sechs Pflichtspielen nur ein Gegentor kassierten, steigen sie mit grossem Selbstvertrauen ins Derby gegen Real. "Ich sehe uns als Favorit", sagte Antoine Griezmann, mit 22 Treffern in allen Wettbewerben der Topskorer von Atletico.

SDA-ATS

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