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Für über die Hälfte der Bundesligisten wäre ein Meistertitel der Erfolg schlechthin. Für die Bayern ist er die Normalität und nach dem Ausscheiden aus den Cupwettbewerben nicht einmal mehr ein Trost.

Für Bayern München wird es die Nummer 27 der Vereinsgeschichte. Diesen 27. Meistertitel können die Münchner am Samstagabend (ab 18.30 Uhr) mit einem Sieg sicherstellen. Einmal mehr frühzeitig sicherstellen, in der viertletzten Runde nämlich.

Aber im Innenleben des reichen und verwöhnten Klubs interessiert das dieser Tage längst nicht alle. Man ist im Viertelfinal der Champions League auf etwas umstrittene Weise an Real Madrid gescheitert, und man hat sich nach einer 2:1-Führung im Halbfinal vom hartnäckigen Dauerrivalen Borussia Dortmund aus dem Cup werfen lassen. Für einen Klub, der sich vor jeder Saison vornimmt, das Triple zu gewinnen, ist das gar nicht gut. Es ist ungenügend. Auch Carlo Ancelotti als Nachfolger von Trainer Pep Guardiola wird in der Schlussbeurteilung die Note ungenügend bekommen. Eigentlich ist es verrückt und paradox: Ein Trainer gewinnt die Meisterschaft, den Dauerwettbewerb über 34 Runden, und kann den Ansprüchen dennoch nicht genügen.

Eines steht für Ancelotti nach dem doppelten K.o.-Schock schon vor der Saison-Analyse fest. An seiner Philosophie und seinem Stil wolle er künftig nichts ändern, sagt er. "So möchte ich weitermachen", sagte der Trainer, der auch nach dem doppelte Out vorderhand die Unterstützung der Bayern-Bosse spürt. "Sie haben Vertrauen in mich und ich habe Vertrauen in den Klub", sagte Ancelotti vor dem Auswärtsspiel gegen Wolfsburg. Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge lobte den Italiener einmal mehr als "sehr guten und erfahrenen Trainer".

Nach geplatztem Triple- und Double-Traum wollen die Münchner nun so schnell wie möglich die Meisterschaft fix machen. Wenn der Tabellenzweite Leipzig am Samstag (15.30 Uhr) gegen Ingolstadt nicht gewinnt und die Bayern ihren Frust in Wolfsburg mit einem Sieg bekämpfen, gibt es wenigstens die Meisterschale. "Es ist klar, dass wir uns nach so einem Spiel aufopfern wollen. Wir wollen den Titel so schnell wie möglich holen", sagte Ancelotti. "Danach kann man über die nächste Saison sprechen."

Die Konzentration ist auf das laufende Bundesliga-Geschäft gerichtet, damit nicht noch die Meisterschaft verspielt wird und auf diese Weise ein Münchner Totalschaden entsteht. Die weitergehenden Planungen, im Rahmen derer die Bayern Kingsley Coman (bis 2020) und Thiago Alcantara (bis 2021) mit langfristigen Verträgen ausstatteten, laufen aber längst.

Verrückte Dinge werde der Verein aber nicht veranstalten, sagte Rummenigge vorsorglich. "Ich glaube, man braucht sich wirklich keine Gedanken um die Zukunft des FC Bayern machen." Klappt es in Wolfsburg nicht mit dem Vollzug, dann soll der "ehrlichste und wichtigste Titel" in einer Woche gegen den designierten Absteiger Darmstadt klargemacht werden. "Die Bayern werden heiss sein, den Sack hier zuzumachen", warnte Wolfsburgs Angreifer Mario Gomez.

Das sind sie. "Nachdem wir einen möglichen Pokalsieg verspielt haben, wollen wir unbedingt in Wolfsburg mit einem Sieg die Vorentscheidung in der Meisterschaft erreichen", forderte Mats Hummels. Den Einsatz des angeschlagenen Innenverteidigers liess Ancelotti ebenso offen wie das Mitwirken von David Alaba und Jérôme Boateng.

Viele verletzte Spieler, fehlerhafte Entscheide des Schiedsrichters und Pech hätten das Out in der Königsklasse zur Folge gehabt, sagte Ancelotti, der seit Wochen auf die wichtigen "Details" in den grossen Spielen hinweist. "Ehrlich gesagt war ich ein Prophet." Anders bewertete er das Ausscheiden beim 2:3 im Cup-Halbfinal gegen Dortmund. "Dafür muss ich die Verantwortung übernehmen", sagte der 57-Jährige. Man habe die Chance verpasst, das Spiel mit einem Tor zum 3:1 zu entscheiden, und habe danach nicht kompakt genug verteidigt.

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SDA-ATS