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In Ägypten vertieft sich der Graben zwischen Regierung und Opposition weiter. In Kairo demonstrierten zehntausende Gegner und Anhänger von Präsident Mohammed Mursi. In der Küstenstadt Alexandria wurde bei gewaltsamen Zusammenstössen ein US-Bürger erstochen

Nach Angaben der Sicherheitskräfte wurde der zunächst nicht identifizierte Mann mit einem grossen Messer in die Brust gestochen, als er Demonstranten fotografierte. General Amin Esseddin sagte, der US-Bürger sei schwer verletzt in ein Militärspital gebracht worden und dort gestorben.

Mindestens 70 weitere Menschen wurden in der Küstenstadt verletzt, als Anhänger und Gegner Mursis aufeinandertrafen. Bei den Auseinandersetzungen der vergangenen Tage waren in Ägypten bereits vier Menschen getötet worden.

Tausende Kritiker Mursis versammelten sich am Freitag auf dem zentralen Tahrir-Platz und vor der sunnitischen Al-Ashar-Universität in Kairo sowie an anderen Orten in der Hauptstadt. "Rücktritt", skandierten die Demonstranten auf dem Tahrir-Platz. Mursis Unterstützer kamen vor der Moschee Rabaa al-Adawija im Viertel Nasr der Hauptstadt zusammen.

Vorgezogene Präsidentschaftswahl verlangt

Der Chef der oppositionellen Nationalen Heilsfront, Mohamed ElBaradei, bekräftigte am späten Donnerstag die Forderung nach einer vorgezogenen Präsidentschaftswahl. Mursis Ansprache vom Mittwoch sei "das Gegenteil eines klaren Eingeständnisses" gewesen, dass "die schwierige Lage" Ägyptens auf eine unzureichende Amtsführung Mursis zurückzuführen sei, sagte er.

Mursi hatte in der Fernsehansprache Reformen und einen "nationalen Dialog" versprochen. Auch räumte er ein, "viele Fehler" gemacht zu haben. Es komme jedoch darauf an, diese Fehler zu korrigieren.

Armee warnt vor Gewalt

Am Sonntag jährt sich Mursis Amtsübernahme zum ersten Mal. Seine Gegner planen für den Tag Massenkundgebungen, bei denen sie seinen Rücktritt und eine vorgezogene Präsidentschaftswahl fordern wollen. Die Armee warnte bereits, sie werde im Fall von Gewalt eingreifen.

Mursis Kritiker werfen ihm vor allem vor, die Gesetzgebung nach den Prinzipien des Islams verändern zu wollen. Eine Kampagne namens Tamarod (arabisch für Rebellion) sammelte nach eigenen Angaben bereits mehr als 15 Millionen Unterschriften für eine vorgezogene Präsidentschaftswahl.

Mursis Anhänger verweisen darauf, dass dieser der demokratisch gewählte Staatschef sei. Zudem sei er nicht für Probleme wie Ineffizienz und Korruption in der Verwaltung sowie die schwache Wirtschaft und religiöse Spannungen verantwortlich, weil sie noch aus Zeiten des gestürzten Machthabers Husni Mubarak stammten.

Kritik von Amnesty

Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International und die Vereinigung Reporter ohne Grenzen stellen Mursi ein schlechtes Zeugnis aus. Alexia Knappmann von Amnesty erklärte: "In einigen Bereichen hat sich die Menschenrechtslage im ersten Amtsjahr von Mohammed Mursi sogar verschlechtert." Folter und Misshandlung von Festgenommenen seien weiter an der Tagesordnung. Die Schuldigen gingen straffrei aus.

Die Journalistenvereinigung sprach von einem "verloren Jahr für die Pressefreiheit in Ägypten". Die neue Verfassung schütze Journalisten nicht ausreichend vor Diffamierung und Angriffen. Mursi und seine Anhänger heizten selbst die Stimmung gegen Medienschaffende aktiv an.

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SDA-ATS