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In der Tessiner Gemeinde Preonzo ist es in der Nacht auf Dienstag zu dem erwarteten Felssturz gekommen. Rund 300'000 Kubikmeter Geröll rutschten in Richtung Tal. Schäden an Gebäuden wurden nicht vermeldet.

Der Felssturz sei in mehreren Phasen erfolgt, sagte der Chef des Tessiner Forstamtes, Roland David, der Nachrichtenagentur sda auf Anfrage. Den stärksten Abgang habe es am Dienstagmorgen gegen 6.30 Uhr gegeben.

Die Gesteinsmassen wälzten den Baumbestand am Hang platt und verteilten sich in der Breite. Den Talboden erreichten aber nur wenige Felsbrocken. Die gesperrte Kantonsstrasse und die evakuierten Industriebetriebe wurden verschont.

Der Berg blieb im Verlauf des Dienstags unruhig. Am oberen Hang waren immer wieder kleine Gerölllawinen und Staubwolken zu beobachten. Die Zone sei immer noch in Bewegung, sagte Roland David. Auch in den kommenden Tagen würden weiterhin kleine Abgänge erwartet.

Kontrollflüge und neue Messgeräte

Mit einem grösseren Ereignis, vergleichbar mit dem von Dienstagmorgen, rechnen die Experten aber aktuell nicht. Zwar zeigen Luftaufnahmen, dass rund um die Abbruchstelle am Gipfel grosse Erdspalten klaffen. Doch dieser Bereich weise gemäss Forstamtschef keine besorgniserregende Aktivität auf.

Genauere Untersuchungen würden von den Geologen am Mittwoch vorgenommen. Am Dienstag seien erste Kontrollen mit Helikopterflügen durchgeführt worden. Als nächster Schritt ist gemäss David vorgesehen, neue Messgeräte im Abbruchgebiet anzubringen.

Einige der Sensoren, mit denen in der Vergangenheit die Erdbewegungen überprüft wurden, seien beim Felssturz mitgerissen worden.

Die Sicherheitsvorkehrungen unterhalb des Valegion - die Sperrung von Kantonsstrasse und Industriezone - sollen bis mindestens Mittwoch um 17 Uhr gültig bleiben, sagte der Forstamtschef weiter. Nur die Polizei durfte das Sperrgebiet am Dienstag für Kontrollen betreten.

Felssturz schon vor rund 400 Jahren dokumentiert

Preonzo lebt seit 2002 mit der akuten Bergsturzgefahr. Damals donnerten rund 150'000 Kubikmeter Gestein ins Tal. Die Betriebe waren rechtzeitig evakuiert worden. Schäden gab es keine.

Seit den 1990er Jahren überprüfen Sensoren die Felsbewegungen oberhalb Preonzos. Die Zone ist bereits seit rund 400 Jahren als Risikogebiet bekannt. Die ersten Felsstürze seien im 17. Jahrhundert dokumentiert worden, erläuterte Fabio Pasinetti.

Dennoch siedelten sich in den 1960er Jahren die ersten Industriebetriebe an. Ein Risiko schien damals gering. Pläne, die Unternehmen umzusiedeln, scheiterten in der Vergangenheit an verschiedenen Faktoren.

SDA-ATS