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Im Rhein sterben die Fische: Bis jetzt wurde bei Schaffhausen schon eine Tonne toter Äschen aus dem Wasser gefischt. Wird es nun nicht bald kühler, kommt es zu einem Massensterben wie im Hitzesommer 2003.

KEYSTONE/MELANIE DUCHENE

(sda-ats)

27,6 Grad Wassertemperatur sind zu viel: Im Rhein bei Schaffhausen hat ein grösseres Fischsterben eingesetzt. Bis jetzt wurde eine Tonne toter Äschen aus dem Wasser gezogen. Die Behörden hoffen nun, dass es nicht so schlimm wird wie 2003.

"Es sind keine schönen Bilder", fasst Andreas Vögeli, Departementssekretär beim Kanton Schaffhausen, am Montag zusammen. In einer Kiste am Rheinfall-Ufer liegen Dutzende toter Äschen aufgeschichtet. Etwas weiter oben am Fluss, beim Lindli in Schaffhausen, treiben die Fische in Seitenlage im Wasser.

"Es ist das eingetroffen, was wir befürchtet haben", sagte Vögeli weiter. Die Massnahmen, die ergriffen worden seien, würden nicht mehr ausreichen. Die Temperaturen seien einfach zu hoch.

Unter der Hitze leiden vor allem die kälteliebenden Äschen. Ab 23 Grad zeigen diese Fische erste Stresssymptome. Bei 24 bis 25 Grad wird es heikel - diese Temperatur ist im Rhein längst erreicht. Momentan hat er je nach Standort bis zu 27,6 Grad.

Noch ist es nicht so schlimm wie im Hitzesommer 2003, als schlagartig 90 Prozent der Äschen verendete. "Wir hoffen, dass wir mit verschiedenen Massnahmen einen Teil des Bestandes retten können. Es wird aber weitere Abgänge geben."

Steg am Rheinfallbecken gesperrt

Eine der Massnahmen betrifft auch die Touristen, die sich derzeit ums Rheinfallbecken drängeln. Sie dürfen einen hölzernen Steg nicht mehr betreten, weil sich darunter Äschen in 18 Grad kühlem Grundwasser erholen. Würden die Touristen über das Geländer lehnen, würden die Fische zurück ins viel zu warme Wasser flüchten.

An anderen Stellen, etwa bei der Kuhtränke in Ellikon am Rhein ZH, werden den gestressten Fischen ausgebaggerte Kaltwasserbecken angeboten, die von den Tieren dankbar aufgesucht werden. Trotzdem gibt es auch auf dem Zürcher Rhein-Abschnitt tote Fische, etwa Barben. In Rheinau wurden auch tote Aale gefunden.

"Alles gemacht, was wir konnten"

Diese Massnahmen wurden in den Jahren nach dem grossen Äschensterben im Hitzesommer 2003 entwickelt. Nun sollen sie sich bewähren, doch die Zeit drängt. "Wir haben alles gemacht, was wir konnten. Nun können wir nur noch auf Regen und Entspannung hoffen", sagte Samuel Gründler vom Schweizerischen Fischereiverband.

Momentan seien die Probleme in der ganzen Schweiz riesig. Seit Wochen seien Fischer am Tiere evakuieren und Kaltwasserbecken bauen, sagte Gründler. Man sei Tag und Nacht für die Fische im Einsatz, an Schlaf sei im Moment nicht zu denken.

Auch wenn die Äschen noch längst nicht alle tot sind: Der Kanton Schaffhausen kümmert sich bereits jetzt um Nachwuchs. 35'000 Jungfische wurden zum "Übersömmern" in Fischzuchtanstalten gebracht, um später als Basis für eine neue Population eingesetzt zu werden.

Weiter unten im Rhein, etwa in Basel, hat das Sterben noch nicht begonnen. Die Behörden setzen "Fisch-Patrouillen" ein, welche die Lage überwachen sollen. Bereits vergangene Woche wurden einzelne Flussabschnitte gesperrt, um gestresste Fische zu schonen.

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