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Die Bergungsarbeiten nach dem Absturz der historischen Ju-52 am Piz Segnas bei Flims GR sind in vollem Gang. Voraussichtlich werden sie nicht vor Dienstagabend abgeschlossen sein.

KEYSTONE/EPA KEYSTONE/ENNIO LEANZA

(sda-ats)

Nach dem Absturz der Ju-52 vom Samstag in Flims GR mit 20 Toten sind Einsatzkräfte daran, die Opfer und die Wrackteile zu bergen. Die Flugunfalluntersuchung dürfte laut einem Aviatikexperten zur "Detektivarbeit" werden.

Die Bergungsarbeiten an der Unglücksstelle am Piz Segnas nahe Flims GR werden voraussichtlich noch mindestens bis Dienstagabend dauern, wie die Bundesanwaltschaft (BA) am Montag auf Anfrage der Agentur Keystone-SDA mitteilte. Weitere Angaben machte die zuständige Behörde nicht.

Bereits am Sonntag hatten die Behörden vor Ort mitgeteilt, dass menschliche Überreste geborgen würden. Die Bergung der Wrackteile erfolge mithilfe der Luftwaffe. Die Schweizerische Sicherheitsuntersuchungsstelle (Sust) hat Abklärungen dazu begonnen, was den Absturz des Oldtimerflugzeugs verursacht haben könnte. Bei der Sust waren am Montag keine genauen Informationen zum Stand der Untersuchung erhältlich.

"Detektivarbeit"

Klar ist, dass den Ermittlern eine knifflige Arbeit bevorsteht. Das Prozedere einer Flugunfalluntersuchung ist durch Standards der Internationalen Organisation für zivile Luftfahrt (ICAO) genau vorgegeben, wie Aviatikjournalist Sepp Moser auf Anfrage sagte. Dadurch soll sichergestellt werden, dass man Lehren aus den Untersuchungen ziehen kann.

Als erstes stehe eine "penible Bestandesaufnahme" an der Unglücksstelle an. Sämtliche Leichen und Wrackteile würden vor dem Abtransport nummeriert, dokumentiert und fotografiert. "Und dann kann man sich anfangen zu überlegen, warum ein Metallteil zum Beispiel so verbogen ist", so Moser.

Dass die historische Unglücksmaschine Ju-52 über keine Blackbox und keine sonstigen Aufzeichnungsgeräte verfügte, dürfte die Untersuchung erschweren, aber nicht verunmöglichen. Nun sei ähnlich wie bei polizeilichen Untersuchungen "Detektivarbeit" gefragt. Rückschlüsse könnten die Fachleute auch aus Trümmern, Untersuchungen an den Leichen, aus Augenzeugenberichten und den Akten ziehen.

Ju-52 "unkaputtbar"

Der betroffene Flugzeugtyp, die Junkers Ju-52, ist laut Moser keineswegs eine unsichere Maschine. Im Gegenteil sei das Flugzeug mit Baujahr 1939 "unkaputtbar". "Das ist gute, dauerhafte Handwerksarbeit." Zudem würden so alte Flieger häufiger gewartet.

Der Luftraum über dem Unfallgebiet an der Westflanke des Piz Segnas bleibt weiterhin gesperrt. Zugelassen sind einzig Flüge für Bergungsarbeiten, wie eine Sprecherin des Bundesamtes für Zivilluftfahrt (Bazl) am Montag sagte.

Die Sperrung des Luftraums sei das übliche Vorgehen bei einem Flugzeugabsturz. "Die Rettungskräfte sollen ungestört arbeiten können", sagte die Sprecherin weiter. Nach Abschluss der Bergungsarbeiten wird der Luftraum wieder geöffnet.

Unesco-Jubiläumsfeier abgesagt

Am Boden bleiben bis auf Weiteres auch die verbleibenden zwei Ju-52 der Betreiberin Ju-Air, wie bereits am Sonntag bekannt wurde. Diesen Entscheid traf die Airline aus freien Stücken, wie das BAZL festhielt.

Ju-Air, welche die im Volksmund "Tante Ju" genannten Oldtimer in den 1980-er-Jahren aus dem Bestand der Luftwaffe übernommen und dem Publikumsverkehr zugänglich gemacht hatte, wollte sich am Montag nicht weiter äussern. Am Sonntag hatte CEO Kurt Waldmeier vor den Medien gesagt, der Flugbetrieb werde wohl erst bei näheren Erkenntnissen zum Unfallhergang wieder aufgenommen. Bereits gebuchte Tickets und Gutscheine behalten ihre Gültigkeit, wie aus der Webseite der Ju-Air hervorgeht.

Das schwerste Unglück der Schweizer Luftfahrt seit dem Crossair-Absturz im Jahr 2001 löste grosse Betroffenheit aus. Bereits am Sonntag hatte Bundespräsident Alain Berset den Hinterbliebenen sein Mitgefühl ausgesprochen. Die Bündner Regierung tat den Angehörigen der 20 Todesopfer am Montag ebenfalls ihr Beileid kund.

Aus Pietätsgründen sagten die Veranstalter eine für Mittwoch geplante Jubiläumsfeier zum Unesco-Weltnaturerbe Tektonikarena Sardona ab. Der Unglücksort liegt im Gebiet der geologisch einmaligen Glarner Hauptüberschiebung, die seit zehn Jahren Unesco-Weltnaturerbe ist.

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