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Löwen - In der katholischen Kirche Belgiens haben Priester nach einem Untersuchungsbericht in den 50er bis 80er Jahren mindestens 475 Kinder sexuell missbraucht. Zu diesem Ergebnis kommt eine unabhängige Kommission, die am Freitag ihren Abschlussbericht in Löwen vorstellte.
"Es ging um oralen und analen Missbrauch, um Masturbation - mit anderen Worten, es ging um schwere Fälle", sagte der Kommissionsvorsitzende, Kinderpsychiater Peter Adriaenssens. Die belgische Bischofskonferenz hatte das Gremium eingerichtet, um einen Überblick über den Umfang der Missbrauchsfälle zu bekommen.
Im April war der Bischof von Brügge, Roger Vangheluwe, wegen sexuellen Missbrauchs seines Neffen zurückgetreten. Der 74-Jährige hatte zugegeben, sich vor rund 25 Jahren wiederholt an dem Jungen vergangen zu haben - auch noch, als er bereits Bischof war.
Wie der Bericht nun zeigt, war dies kein Einzelfall: In Schulen und Internaten der katholischen Kirche missbrauchten Geistliche, Religionslehrer oder Betreuer von Jugendgruppen in ganz Belgien Kinder und Jugendliche. Die meisten Fälle - rund 400 - wurden aus dem flämischsprachigen Landesteil bekannt.
Meist waren die Opfer Jungen im Alter zwischen zehn und 14 Jahren, ein Drittel waren Mädchen. Allerdings sollen auch Kleinkinder im Alter von zwei oder fünf Jahren missbraucht worden sein.
Viele Selbstmorde
Der Bericht zitiert die erschütternden Zeugenaussagen von 124 Opfern. "Ich bin jede Woche brutal missbraucht und vergewaltigt worden. Ich erinnere mich auch an eine sadistische Nonne, die regelmässig die Vergewaltigung beobachtete und meine Schmerzen genoss", sagte ein Opfer aus.
Ein anderer sagte bei der Befragung: "In meinem Fall war es nicht nur ein Priester, es waren auch ein Lehrer und ein Direktor einer Grundschule." Die Kommission zeigte sich betroffen von der hohen Zahl von Selbstmorden unter den Opfern: Es wurden 13 Selbstmorde und 6 Selbstmordversuche gemeldet.
Die Täter bleiben in dem Bericht ebenso wie die Opfer anonym. Da die Taten schon vor Jahrzehnten passierten, ist die Hälfte der Betroffenen bereits gestorben. Die Fälle sind verjährt und heute nicht mehr strafrechtlich relevant.

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SDA-ATS