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Betonskulptur vor dem Kunsthaus wird nach Langenthal verfrachtet

Dieser Inhalt wurde am 07. Mai 2010 - 14:02 publiziert
(Keystone-SDA)

Zürich - Die Betonskulptur "Fanfare", die seit 40 Jahren vor dem Zürcher Kunthaus steht, erhält einen neuen Standort: Sie wird nach Langenthal BE verfrachtet - also genau in jene Stadt, die sich vor 40 Jahren noch vehement gegen das Kunstwerk gewehrt hatte.
Damals war geplant, die "Fanfare" des Schweizer Bildhauers Robert Müller, vor dem Gymnasium Oberaargau aufzustellen. Ein Vorhaben, das wegen starken Widerstandes aus der Bevölkerung dann aber fallengelassen wurde und zum so genannten "Langenthaler Kunststreit" führte.
"Vielen erschien das Kunstwerk damals als zu modern und zu wenig gegenständlich", sagte Rektor Martin Fischer auf Anfrage der SDA. Viele hätten die Betonskulputur als Zumutung für die Schüler angesehen.
Statt nach Langenthal kam die Betonskulptur nach Zürich, wo sie 40 Jahre lang den Eingangsbereich des Kunsthauses prägen sollte. Wegen der geplanten Erweiterung des Kunsthauses und der Sanierung des Heimplatzes verliert die "Fanfare" nun aber ihren Standort.
Die Arbeitsgruppe Kunst im öffentlichen Raum (Kiör) erhielt vom Zürcher Stadtrat deshalb den Auftrag, einen neuen Standort zu suchen. Als man gehört habe, dass die "Fanfare" heimatlos werde, habe man sich sofort bei der Stadt Zürich gemeldet, sagte Fischer weiter. Mit Erfolg: Die Stadt Langenthal erhielt den Zuschlag und erhält die "Fanfare" von der Stadt Zürich geschenkt.
Dass das umstrittene Kunstwerk den Schülern nun doch noch zugemutet wird, scheint 40 Jahre später aber kein Problem mehr darzustellen. Bis jetzt habe er nur positive Reaktionen erhalten. Beschwert habe sich niemand, sagte Fischer.
Laut einer Mitteilung der Stadt Zürich wird die Betonskulptur am 17. Mai mit einem offiziellen Festakt verabschiedet. Mit dabei sind die Zürcher Stadtpräsidentin Corine Mauch und der Langenthaler Stadtpräsident Thomas Rufener.
Der Schweizer Bildhauer Robert Müller (1920-2003) ging als "Eisen-Müller" in die Kunstgeschichte ein. Zusammen mit Bernhard Luginbühl und Jean Tinguely gilt er als einer der Erschaffer der modernen Eisenplastik.

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