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Mannheim - Mit der Aufnahme eines dramatischen Notrufs hat im Vergewaltigungsprozess gegen Fernsehmoderator Jörg Kachelmann die Beweisaufnahme begonnen. Das Gericht liess am dritten Verhandlungstag den Anruf von Kachelmanns ehemaliger Geliebter bei der Polizei vorspielen.
"Ich bin heute Nacht vergewaltigt worden und weiss nicht, was ich jetzt machen soll", sagt die Frau mit zitternder Stimme. Auf die Frage "Von wem?" zögert die Frau. Dann sagt sie: "Von meinem Freund."
Es war der bewegendste Moment in einem Verfahren, das bislang von prozessrechtlichen Streitigkeiten zwischen Verteidigung und Staatsanwaltschaft geprägt war.
Kachelmann wird beschuldigt, in der Nacht auf den 9. Februar seine langjährige Geliebte in ihrer Wohnung in Schwetzingen in Baden-Württemberg mit einem Messer bedroht und vergewaltigt zu haben. Der 52-jährige Schweizer bestreitet die Vorwürfe.
Bei Verhaftung sehr gefasst
Als erster Zeuge wurde am Mittwoch der ermittelnde Kriminalbeamte gehört. Das mutmassliche Opfer, eine 37 Jahre alte Radiomoderatorin, sei am Tag nach der möglichen Tat zwei Mal vernommen worden. Dazwischen sei sie rechtsmedizinisch und gynäkologisch untersucht worden.
Obwohl klar war, dass Kachelmann noch am selben Tag nach Kanada zu den Olympischen Winterspielen fliegen wollte, entschied die Staatsanwaltschaft, ihn zunächst nicht festnehmen zu lassen. "Wir hatten seinerzeit Bedenken hinsichtlich eines dringenden Tatverdachts", sagte Oberstaatsanwalt Oskar Gattner.
Kachelmann wurde erst am 20. März bei seiner Rückkehr aus Kanada am Flughafen Frankfurt verhaftet. Er wurde, erzählt der Kriminalbeamte, von einer jungen Frau abgeholt.
Der Beamte sprach Kachelmann dann unmittelbar vor seinem Auto an. "Ich habe ihn zur Seite genommen und erklärt, dass ich einen Haftbefehl gegen ihn habe." Kachelmann habe "ruhig und abgeklärt" reagiert. "Er hat keine besonders emotionale Reaktion gezeigt." Zum Tatvorwurf habe er nichts gesagt.
Studentin als Zeugin vernommen
Auch die Frau, die den Angeklagten vom Flughafen abgeholt hatte, wurde am Mittwochnachmittag als Zeugin vernommen. Für die Aussage der 24-jährigen Psychologiestudentin schloss das Gericht die Öffentlichkeit aus. Es würde vorwiegend um "Umstände aus dem persönlichen Lebensbereich" gehen, einschliesslich des Sexuallebens, hiess es zur Begründung.
Anträge der Verteidigung
Kachelmann selbst verfolgte die Verhandlung weiter weitgehend regungslos. Er will sich vorerst nicht vor Gericht äussern. Am Montag war seine Aussage vor dem Haftrichter verlesen worden, in der er die Vorwürfe bestritt.

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SDA-ATS