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Dolder-Besitzer und Kunstsammler Urs E. Schwarzenbach bestritt am Dienstag vor dem Bezirksgericht Bülach die Vorwürfe gegen ihn. Die Oberzolldirektion wirft ihm vor, fast 200 Kunstgegenstände unverzollt oder mit zu niedrigem Wert in die Schweiz eingeführt zu haben.

KEYSTONE/WALTER BIERI

(sda-ats)

Jovial, bissig, direkt, genervt, kumpelhaft und ausweichend: Der Dolder-Besitzer Urs E. Schwarzenbach hat sich am Dienstag den Fragen des Bezirksgerichts Bülach gestellt. Er bestreitet die Vorwürfe.

Die Oberzolldirektion wirft dem 69-jährigen Milliardär und Kunstsammler vor, fast 200 Kunstgegenstände unverzollt oder mit zu niedrigem Wert in die Schweiz eingeführt zu haben. Insgesamt geht es um 123 Fälle von Nichtanmeldung und 27 von Falschanmeldung.

Schwarzenbach bestreitet jedoch, die Waren in die Schweiz eingeführt zu haben. "Sie gingen immer ins Zollfreilager", gab er an. Wie die Kunstwerke dann später in sein Haus gelangt seien - dort und an weiteren Orten wurden sie nach Hausdurchsuchungen gefunden - wisse er nicht. "Ich habe sie nicht dahin gebracht."

Zudem sei er auch nicht der Eigentümer, der über 10'000 Objekte im Wert von mehreren hundert Millionen Franken, die sich in seiner Datenbank befinden. Er habe die Kontrolle, äussere sich aber nicht über die Besitzer. "Sie sind nicht mein Beichtvater, sondern Richter", sagte er zum Richter. Auch habe er keinen Überblick mehr über seine Sammlung. "Sie umfasst so viele Werke."

Immer wieder fragte Schwarzenbach, der heute in Australien, der Schweiz und England lebt, den Richter, ob der Zoll überhaupt wisse, ob die Werke echt oder Kopien seien. "Wir machen hier ein riesiges Theater um Ware, bei der nie abgeklärt wurde, ob sie echt ist oder nicht."

Nach den zu tief deklarierten Werken befragt, sprach Schwarzenbach über den Kunstmarkt. Er sei überzeugt, dass alles richtig deklariert wurde. "Der Zoll hat keine Ahnung von Kunst und Kunstwert", sagte er. "Wir können die Werke gerne auf eine Auktion geben und sehen, was sie bringen." Er bestreite daher jeden der 27 Fälle "vehement".

"Bin AHV-Bezüger"

Der Milliardär, der sich vor Gericht jovial, bissig, direkt - "Das geht Sie gar nichts an" -, teilweise kumpelhaft, scherzend und ausweichend zeigte, gab auch Einblick in sein persönliches Leben und seine finanziellen Verhältnisse.

Auf die Entwicklung seines Vermögens, das laut Steuererklärung 2013 ein Wertschriftenvermögen von 570 Millionen Franken aufwies, angesprochen, sagte er nur: "Ich bin heute AHV-Bezüger." Mit der AHV könne er keine Kunst mehr kaufen, wobei er selber sowieso nur ganz wenig Kunst gekauft habe.

Im Grossen und Ganzen gehe es ihm sehr schlecht, sein Vermögen habe sich seit 2013 vermindert. Und er erklärte dem Richter, weshalb weshalb er seine Beteiligungen, beispielsweise das Luxus-Hotel Dolder in Zürich, nicht einfach so flüssig machen könne. Man müsse jemanden finden, der es bezahle.

Wenn man wissen wolle, wie gross sein Vermögen sei, solle man die aktuelle "Bilanz" lesen, die die reichsten Schweizer auflistet. Allerdings habe er sie nicht gelesen - und der Richter auch nicht, wie er sagte.

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SDA-ATS