Am zweitletzten Tag der Kunstturn-WM in Stuttgart kommen die Zuschauer in den Genuss einiger spezieller Geschichten. Simone Biles egalisiert mit Gold am Sprung eine WM-Bestmarke.

Biles war am Sprung eine Klasse für sich und sicherte sich ihre dritte Goldmedaille in Stuttgart und die 17. insgesamt an Weltmeisterschaften. Mit nunmehr 23 WM-Podestplätzen egalisierte sie den Rekord des Weissrussen Witali Scherbo, der diese Marke von 1991 bis 1996 erreicht hatte. Am Stufenbarren, ihrem schwächsten Gerät, musste sich die 22-jährige Amerikanerin mit dem 5. Platz begnügen - die Belgierin Nina Derwael verteidigte den Titel erfolgreich.

Am Sonntag erhält Biles am Schwebebalken und am Boden zwei weitere Gelegenheiten, alleinige Rekordhalterin zu werden. Mit zwei weiteren Siegen wäre sie nach der Russin Larissa Latynina (1958) die zweite Athletin, die fünf Titel an einer WM gewinnt.

Vor Stuttgart hatten 44 Nationen an diesem Event mindestens eine Medaille geholt, nun kamen mit der Türkei und Irland zwei weitere dazu. Der 24-jährige Türke Ibrahim Colak ging an den Ringen gar als Sieger hervor. Europameister Rhys McClenaghan belegte in dem vom Briten Max Whitlock gewonnenen hochstehenden Pauschenpferd-Final den 3. Rang. Der 20-jährige McClenaghan ist Nordire, startet aber für Irland.

Eine weitere besondere Geschichte schrieb der bald 30-jährige Franzose Samir Aït Saïd, der an den Ringen Dritter wurde. Besonders deshalb, weil er sich an den Olympischen Spielen 2016 in Rio de Janeiro am Sprung einen doppelten Unterschenkelbruch zugezogen hatte. Nun stand er zum ersten Mal auf dem WM-Podest. Der als Letzter gestartete Aït Saïd verdrängte den Griechen Eleftherios Petrounias vom 3. Rang.

Petrounias erlitt nach dem Olympiasieg 2016 sowie drei WM- und vier EM-Titeln zwischen 2015 und 2018 die erste Niederlage an einem Grossanlass an diesem Gerät. Gold am Boden holte der aus den Philippinen stammende Carlos Edriel Yulo, der seinem Land vor einem Jahr mit Bronze die erste WM-Medaille beschert hatte.

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