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Im Mittelmeer ist offenbar ein Flüchtlingsboot mit mehreren hundert Menschen an Bord verunglückt. Rettungskräfte suchten nach mehr als 200 Vermissten, wie die tunesische Nachrichtenagentur TAP am Donnerstag berichtete.

570 der rund 800 Flüchtlinge an Bord seien gerettet worden, nachdem das Schiff am Dienstag auf eine Sandbank gelaufen und während einer Rettungsaktion am Mittwoch umgekippt sei, hiess es weiter. Mindestens zwei Flüchtlinge wurden tot geborgen - von den restlichen Menschen fehle jedoch nach wie vor jede Spur. Die tunesische Küstenwache und die Marine suchten weiter nach Überlebenden.

Die Flüchtlinge hätten vorgehabt, von Libyen auf die italienische Insel Lampedusa zu gelangen. Ihr Schiff sei 36 Kilometer von der tunesischen Insel Kerkennah auf eine Sandbank gelaufen.

Da sich das Boot in flachem Wasser befand, hätten sich die Rettungseinheiten von tunesischer Küstenwache und Militär ausschliesslich in kleinen Schiffen und Schlauchbooten nähern können. Nur langsam seien zunächst vorrangig Frauen und Kinder von dem sinkenden Boot in Sicherheit gebracht worden. In Panik hätten sich während der Rettungsmassnahmen viele der Schwarzafrikaner in die dunklen Fluten gestürzt.

"Tor nach Europa"

Nur 130 Kilometer von der tunesischen Küste entfernt gelegen, ist Lampedusa seit langem für viele Verzweifelte ein "Tor nach Europa". Seit Beginn der Unruhewelle in Nordafrika im Januar strömten nach letzten Angaben des italienischen Innenministeriums über 42'000 Immigranten nach Italien, davon über 33'000 allein nach Lampedusa. Seit Rom und Tunis im April ein Abschiebeabkommen schlossen stammen die Flüchtlinge zunehmend aus dem Kriegsgebiet in Libyen.

Die Überfahrt übers Mittelmeer gilt als extrem gefährlich. Oft sind die Boote der Immigranten aus Nordafrika wenig seetauglich, fast immer sind sie völlig überladen. Viele der Afrikaner können nicht schwimmen. Von den Katastrophen erfährt man in Europa oft nur, wenn es Überlebende gibt, oder durch im Meer treibende Leichen.

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SDA-ATS