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Der umstrittene deutsche Bischof Franz-Peter Tebartz-van Elst kehrt nicht in das Bistum Limburg zurück. Nach einer monatelangen Hängepartie nahm Papst Franziskus am Mittwoch das Rücktrittsgesuch des bereits seit Oktober suspendierten Bischofs an.

Tebartz-van Elst hatte seinen Amtsverzicht nach Angaben des Vatikans bereits am 20. Oktober angeboten. Dieses Rücktrittsgesuch nahm der Papst nun an. Die Diözese sei in eine Situation gekommen, "die eine fruchtbare Ausübung" des bischöflichen Amtes durch Tebartz-van Elst verhindere, begründete der Vatikan den Entscheid.

Papst Franziskus entschied auf Basis eines Untersuchungsberichts, den eine von der Deutschen Bischofskonferenz eingesetzte Expertenkommission erarbeitet hatte.

Das Gremium hatte die Kostenexplosion bei Umbau und Erneuerung des inzwischen mindestens 31 Millionen Euro teuren Bischofssitzes in den vergangenen Monaten untersucht. Ihr Bericht wurde am Mittwochnachmittag im Internet veröffentlicht.

Bis zur Berufung eines Nachfolgers soll der Paderborner Weihbischof Manfred Grothe als Apostolischer Administrator die Geschäfte in Limburg führen. Grothe hatte die Expertenkommission geleitet.

Tebartz-van Elst solle "zu gegebener Zeit" mit einer anderen Aufgabe betraut werden. Die Entscheidung des Papstes war seit Wochen mit Spannung erwartet worden. Zuletzt hatten auch deutsche Bischöfe immer lauter auf ein Wort aus dem Vatikan gedrungen.

Der Papst bat die Gläubigen und den Klerus des Bistums, "die Entscheidung des Heiligen Stuhls bereitwillig anzunehmen und sich darum zu mühen, in ein Klima der Barmherzigkeit und Versöhnung zurückzufinden."

Chance für Neubeginn

Der Vorsitzende der deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx, sieht für das Bistum Limburg die Chance für einen Neubeginn. "Es ist gut, dass der Papst heute eine Entscheidung herbeigeführt hat, die für das Bistum Limburg eine Zeit der Unsicherheit beendet und einen Aufbruch und Neubeginn möglich macht", erklärte Marx.

Die Bischofskonferenz zieht laut Marx aus den Vorgängen in Limburg allgemein den Schluss, nun "mehr Transparenz zu schaffen und so die Glaubwürdigkeit unserer Kirche zu fördern". Die Bischofskonferenz befinde sich hier bereits auf einem guten Weg.

Weihbischof Grothe, der nun die Diözese Limburg leitet, forderte ebenfalls einen Neuanfang im Bistum. "Jetzt gilt es, im Geist der Offenheit, in Aufrichtigkeit und Barmherzigkeit einen gemeinsamen Weg für einen Neubeginn zu gehen", erklärte Grothe.

Eine Phase der Unsicherheit sei nun beendet. Er räumte ein, dass die Geschehnisse der vergangenen Monate viele Menschen verletzt hätten.

Auslöser war ein Protestbrief

Den Skandal um den Limburger Bischofssitz hatte im August 2013 ein Protestbrief Frankfurter Katholiken an ihren Oberhirten eingeläutet. Einen Höhepunkt erreichte die Krise im Bistum im Oktober, als klar wurde, dass das Projekt auf dem Limburger Domberg mindestens 31 Millionen Euro kostet.

Beim Baubeginn war von rund fünf Millionen Euro die Rede gewesen. Bis zur Klärung der Vorwürfe war Tebartz-van Elst vom Papst beurlaubt worden. Er zog sich daraufhin in ein Kloster nach Niederbayern zurück. Der 54-Jährige wurde ab und zu aber auch in Limburg und Rom gesehen.

SDA-ATS