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Björgens Chance auf die 8. Olympia-Goldmedaille

Keine hat bei Winterspielen mehr Medaillen gewonnen als Marit Björgen (14). Zu den grössten Goldhamsterern fehlt aber noch ein Sieg. Am Sonntag bietet sich ihr über 30 km die wohl letzte Chance.

Es gibt Ausnahmesportler, die kämpfen darum, ein-, vielleicht zweimal an einem Grossanlass zu gewinnen. Dann gibt es Jahrzehnttalente wie Dario Cologna oder Simon Ammann, die sogar fünf und mehr Olympia- und WM-Titel sammeln. Und dann gibt es Marit Björgen. Die 37-jährige Norwegerin hat nur noch ein Ziel: Landsmann und Biathlon-Legende Ole Einar Björndalen vom Thron des erfolgreichsten Wintersportlers der Geschichte zu stossen. Am Abschlusstag der Spiele in Pyeongchang bietet sich über 30 km klassisch die wahrscheinlich letzte Chance.

Zum Glück ist in Norwegen Sonntag. Doch auch an einem Wochentag würden die meisten Telefonanrufe, geschäftlicher oder privater Natur, nicht beantwortet, wenn Marit Björgen um den nächsten Eintrag in die Geschichtsbücher läuft: Aber wer würde überhaupt anrufen um eine solche Zeit...

Es wäre natürlich nicht der erste Rekord Björgens. Mit den vier Medaillen in Korea (Gold mit der Staffel, Silber im Skiathlon und zweimal Bronze über 10 km und im Teamsprint) hat sie bereits alle anderen überflügelt. Mit jeweils acht goldenen stehen Björndalen und Björn Dählie, auch er norwegischer Langläufer, aber noch eine Einheit vor Björgen. Sie ist auch die erfolgreichste Langläuferin im Weltcup (112 Siege) und an Weltmeisterschaften (18 Titel, total 26 Medaillen). Dabei liess sie die Saison 2015/16 komplett aus, denn im Dezember 2015 wurde sie Mutter von Söhnchen Marius.

Schwer zu begreifen

Überhaupt ist die Wandlungs- und Anpassungsfähigkeit Björgens Erfolgsgeheimnis. Sie stieg als reine Sprinterin in den Weltcup ein, musste aber bis zu ihren dritten Spielen auf den ersten Olympiasieg warten. Dafür entwickelte sich Björgen zur absoluten Allrounderin. Ihre erste Medaille gewann sie 2002 in Salt Lake City als 21-jährige Startläuferin mit der norwegischen Staffel, die vor den sensationellen Schweizerinnen Silber holte. 2006 in Turin gab es über 10 km die erste Einzelmedaille, ebenfalls Silber.

Erst ab 2010 setzte Björgen zum exzessiven Goldrausch an und erarbeitete sich so in der Heimat den Übernamen "Gull-Marit" (Gold-Marit). Dreimal wurde sie in Vancouver Olympiasiegerin, in Sprint, Skiathlon und Staffel, ebenfalls dreimal vor vier Jahren in Sotschi, im Teamsprint, im Skiathlon und über 30 km. "Ich bin natürlich stolz darauf, was ich erreicht habe", gibt Björgen ohne Umschweife zu. "Aber diese 14 Medaillen zu begreifen, ist schwer. Wenn ich mal aufgehört habe, kann ich in Ruhe darauf zurückblicken."

Ein Ziel bleibt ihr aber noch. Über die 30 km möchte sie nun ihrer grossartigen Karriere die Krone aufsetzen. Björgen dürfte sich einen nordischen Dreikampf mit der Schwedin Charlotte Kalla und der Finnin Krista Pärmäkoski liefern. Es ist die letzte Entscheidung der Winterspiele in Pyeongchang, die Medaillen werden anlässlich der Schlussfeier überreicht. Es wäre der passende Abschluss.

In einem Monat wird Björgen 38 Jahre alt, ihre fünften Olympischen Spiele dürften die letzten sein. Ehemann Fred Börre Lundberg, ein ehemaliger Olympiasieger in der Nordischen Kombination, und Sohn Marius möchten auch noch etwas von ihr haben. Für ihn ist sie Mama, für alle anderen die "Gull-Marit".

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