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Blair bedauert Verlust von Menschenleben im Irak

Dieser Inhalt wurde am 21. Januar 2011 - 16:56 publiziert
(Keystone-SDA)

Der frühere britische Premierminister Tony Blair hat am Freitag öffentlich Bedauern für den Verlust von Menschenleben während des Krieges im Irak gezeigt. Er gab ferner zu, dass er die britische Beteiligung gegen den Rat seines wichtigsten juristischen Beraters durchgesetzt hat.

In der Sache blieb Blair bei seinem zweiten Auftritt vor dem Ausschuss in London hart: Der Einmarsch 2003 und der Sturz Saddam Husseins sei aus damaliger Sicht richtig gewesen.

Der Jurist Lord Peter Goldsmith hatte Blair gewarnt, die britische Beteiligung an dem Krieg könnte nicht rechtmässig sein, weil eine entsprechende Grundlage der Vereinten Nationen gefehlt habe. Blair sagte, er habe den Hinweis als "vorläufig" interpretiert. Er sei davon ausgegangen, dass Goldsmith seine Meinung geändert hätte, wenn er den vollen Verhandlungsstand im UNO-Sicherheitsrat gekannt hätte.

Der öffentlich genannte Grund für den Einmarsch, der Besitz von Massenvernichtungswaffen des Diktators Saddam Hussein, hat sich im Nachhinein als falsch herausgestellt. Entsprechende Informationen der US-Geheimdienste waren gefälscht. Nach Angaben der Organisation icasualties.org sind im Irak 179 Soldaten der britischen Streitkräfte gestorben.

Blair machte erneut deutlich, dass er den Einmarsch in den Irak aus damaliger Sicht für richtig hielt. Extremismus müsse bekämpft werden und könne nicht einfach verwaltet werden, sagte der 57 Jahre alte Labour-Politiker, der von 1997 bis 2007 Regierungschef war.

Er habe schon sehr früh klar gemacht, dass Grossbritannien in der Irak-Frage Seite an Seite mit den USA stehen werde. Bereits acht Monate vor Kriegsbeginn hatte er in einer geheimen Botschaft an US-Präsident George W. Bush erklärt: "Sie können auf uns zählen."

Blair fasste damit selbst den Inhalt einer der Botschaften öffentlich zusammen, über deren Veröffentlichung es zuvor harte Auseinandersetzungen gegeben hatte.

Blair war bereits im Morgengrauen, zwei Stunden vor Beginn der Anhörung, in das Konferenzzentrum in Westminister gegangen. Erst danach versammelte sich eine Schar von Demonstranten vor dem Gebäude, die Blair Kriegsverbrechen vorwarfen.

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