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Sicherheitskräfte stehen Spalier bei der Rückkehr von Schülern an die High School in Parkland, wo ein 19-Jähriger 14 Jugendliche und drei Erwachsene erschossen hatte.

Keystone/AP South Florida Sun-Sentinel/MIKE STOCKER

(sda-ats)

Es war die behutsame Rückkehr an einen schwer gezeichneten Ort. Zwei Wochen nach dem Massaker von Parkland sind die Schüler der betroffenen Marjory Stoneman Douglas High School am Mittwoch in ihre Klassenzimmer zurückgekehrt.

Begleitet von einem massiven Polizeiaufgebot und sehr vielen Medien nahmen die mehr als 3000 Schüler am Mittwoch den Unterricht wieder auf. Am Valentinstag hatte ein 19 Jahre alter Ex-Schüler der High School in Florida dort 14 Jugendliche und drei Erwachsene erschossen.

"Es ist extrem schwierig", sagte Schulinspektor Robert W. Runcie vom Bezirk Broward bei CNN. Die Schüler hätten an ihrem ersten Tag alle Freiheiten. Viele Trauerberater und andere Helfer sollten ihnen eine möglichst sanfte Rückkehr ermöglichen. Bis einschliesslich Freitag wird die Schule bereits vor dem Mittag zu Ende sein.

Um 07.40 Uhr rief zum ersten Mal seit den tödlichen Schüssen wieder die Glocke zum Unterricht. Ein sonniger, warmer Tag. Fernsehbilder zeigten, dass die Schüler ohne Taschen oder Rucksäcke zum Unterricht kamen. Sie wurden mit weissen Rosen und rosafarbenenen Blumen empfangen. Viele hatten sich zum Gedenken eine weisse Schleife angesteckt, viele trugen eigens gedruckte T-Shirts mit der Aufschrift "MSD strong", eine Art trotzigen Aufruf zur Stärke der Schulfamilie.

Einige Schüler sind nach einem Bericht der "Washington Post" zu traumatisiert, um zurückzukehren. Andere müssen sich komplett neu orientieren: "Mein Lehrer ist tot", sagte Bruna Oliviera, "und ich habe keine Klasse mehr."

Von der Politik enttäuscht

Schüler David Hogg sagte, er sei von der politischen Entwicklung nach den tödlichen Schüssen sehr enttäuscht. "Das ist extrem frustrierend und enttäuschend. Sogar zwei Wochen nach der Tat ist nicht mal ein Gesetz auf lokaler Ebene erlassen worden, es gibt kein kugelsicheres Glas in den Klassenzimmern, nichts. Stattdessen soll es nur noch mehr Waffen für Lehrer geben."

Andrew Pollack verlor seine Tochter Meadow in dem Kugelhagel, er trägt ein T-Shirt mit ihrem Namen. "Es ist gut für die Kinder, dass sie auf ihren Weg zurückkehren", sagt er. Pollack will sich nun mit aller Macht für die Sicherung von Schulen einsetzen: "Jedes Gerichtsgebäude ist gesichert, jedes Flugzeug. Aber Schulen? Das hätte schon vor 20 Jahren passieren können."

"Wenn Dein Kind ermordet wird", sagt Pollack, "verleiht Dir das eine ungeheure Kraft, etwas zu verändern. Trotzdem: Niemand soll so etwas durchmachen müssen."

Ruf nach härteren Waffengesetzen

Viele Schüler hatten sich nach den Todesschüssen flehentlich und wütend an die Politik gewandt. In Protestmärschen und Einzelaufrufen forderten die Jugendlichen härtere Waffengesetze, auch Elterninitiativen bildeten sich.

Am 14. März soll es unter dem Motto "Enough" (Genug) einen landesweiten Schulausstand geben. Am 24. März gibt es den "March for our lives" (Marsch für unsere Leben) in der Hauptstadt Washington. Für den 20. April ist zu einem weiteren Schulausstand aufgerufen, diesmal an High Schools.

US-Präsident Donald Trump kündigte an, sich für einige kleinere Änderungen in den Waffengesetzen des Bundes einsetzen zu wollen. Unter anderem schlug er die Bewaffnung einiger ausgewählter Lehrer vor. Auch im Kongress wird seit den Ereignissen von Parkland über die Waffengesetzgebung diskutiert - im Jahr der Kongresswahlen bisher ohne Ergebnis.

In den USA sterben jedes Jahr Tausende Menschen durch Schusswaffen, viel mehr als in jedem anderen entwickelten Land der Welt. Vor allem die Republikaner verteidigen mit Verweis auf das verfassungsgemässe Recht auf Selbstverteidigung den Zugang zu Schusswaffen.

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