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Schwer bewaffnete mexikanische Polizisten am Ort der Schiesserei, bei der nach Behördenangaben ein Regionalchef eines Verbrecherkartells getötet wurde.

KEYSTONE/EPA EFE/ULISES RUIZ BASURTO

(sda-ats)

Bei Schiessereien zwischen Marineinfanteristen und mutmasslichen Bandenmitgliedern sind im Westen Mexikos 15 Verdächtige getötet worden. Unter den Toten ist nach Angaben der Marine auch ein Regionalchef des Verbrechersyndikats Beltrán Leyva.

Der getötete Juan Francisco Patrón Sánchez alias "H2" soll die Geschäfte der Gruppe im Bundesstaat Nayarit und im Süden von Jalisco geführt haben, wie die Marine am Freitag mitteilte. Demnach schossen die Bandenmitglieder in einem Vorort der Stadt Tepic auf die Sicherheitskräfte, die das Feuer erwiderten hätten.

Auf einem Video war zu sehen, wie Marineinfanteristen aus einem Helikopter heraus mit einem Maschinengewehr auf die Verdächtigen schossen. Bei dieser Schiesserei wurden acht Angreifer getötet. Am Tatort fanden die Soldaten mehrere Schusswaffen und einen Granatwerfer.

Drei Schiessereien

Wenig später kam es nahe dem Flughafen von Tepic zu einer zweiten Schiesserei. Dabei wurden weitere vier Verdächtige getötet. Sie sollen ebenfalls zum Beltrán-Leyva-Kartell gehört haben.

Bei einem weiteren Einsatz seien drei mutmassliche Bandenmitglieder von Sicherheitskräften getötet worden, sagte der Gouverneur von Nayarit, Roberto Sandoval Castañeda. Das US-Konsulat in Guadalajara sprach eine Reisewarnung für die Region aus.

Laut einem Bericht der Zeitung "Milenio" soll "H2" hinter einem Angriff auf eine Patrouille der Streitkräfte im vergangenen Jahr im Bundesstaat Sinaloa stecken. Dabei wurden fünf Soldaten getötet und zehn weitere verletzt.

Das Verbrechersyndikat Beltrán Leyva hatte sich einst von dem Sinaloa-Kartell abgespalten, dessen Chef Joaquín "El Chapo" Guzmán an die USA ausgeliefert wurde. Die Bande ist in Drogenhandel, Erpressungen und Entführungen verwickelt. Die Gruppe kämpft anscheinend mit dem Sinaloa-Kartell um Einflusszonen und Geschäftsanteile.

"El Chapo" hinterlässt Machtvakuum

Seit der Festnahme und Auslieferung von "El Chapo" rumort es in der mexikanischen Unterwelt. Der mächtige Drogenboss hat ein Machtvakuum hinterlassen, das gefüllt werden muss. Seit Jahresbeginn seien in den internen Verteilungskämpfen zwischen den verschiedenen Fraktionen des Sinaloa-Kartells rund 140 Menschen ums Leben gekommen, berichtete die die Zeitung "La Jornada" unter Berufung auf Sicherheitskreise.

Demnach kämpft eine Gruppe um Guzmáns Söhne gegen die Fraktion von Guzmáns Vertrautem Dámaso López Núñez alias "El Licenciado". Ismael "El Mayo" Zambada, Guzmáns Kompagnon an der Spitze des Sinaloa-Kartells, soll versucht haben, zwischen den Fraktionen zu vermitteln.

Vor einigen Tagen schrieben Guzmáns Söhne Jesús Alfredo und Iván Archivaldo Guzmán in einem Brief, sie seien von Dámaso López und dessen Sohn in einen Hinterhalt gelockt und angegriffen worden.

Die vermeintliche Schwäche des Sinaloa-Kartells weckt zudem Begehrlichkeiten bei der Konkurrenz. Das Verbrechersyndikat Beltrán Leyva und das Drogenkartell Jalisco Nueva Generación versuchen derzeit, Boden gut zu machen. Vor allem in Sinaloa und im Badeort Acapulco kam es zuletzt zu heftigen Revierkämpfen.

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SDA-ATS