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Der entmachtete chinesische Politiker Bo Xilai hat nach Informationen der "New York Times" ein weitreichendes Abhörsystem betrieben. Damit habe Bo ranghohe Beamte, darunter auch Präsident Hu Jintao, bespitzelt.

Dies berichtete die US-Zeitung am Donnerstag unter Berufung auf der Kommunistischen Partei nahestehende Quellen. Das Abhörsystem sei einer der Gründe für seine Absetzung gewesen.

Bo habe die Telefone nahezu aller Spitzenpolitiker angezapft, die die südwestchinesische Metropole Chongqing besuchten, in der Bo bis zu seiner Entmachtung im März Parteichef war. Damit habe er herausfinden wollen, was über ihn gesagt wurde.

Bo galt bis vor kurzem als aussichtsreicher Kandidat für einen Sitz im Ständigen Ausschuss des Politbüros. Nach der Entdeckung des Abhörsystems und eines angezapften Anrufes von Präsident Hu wurden laut "NYT" Ermittlungen eingeleitet, die zu Bos Sturz beitrugen.

Bo war Mitte März als Chef der Kommunistischen Partei in Chongqing entlassen worden. Der Politiker hatte sich vor allem mit der Bekämpfung von Korruption und als Vertreter des linken Flügels der Kommunistischen Partei einen Namen gemacht.

Gegen seine Frau Gu Kailai laufen zurzeit Ermittlungen im Zusammenhang mit der Ermordung eines britischen Geschäftsmannes in Chongqing.

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SDA-ATS