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Am dritten Tag seines Prozesses hat sich der gefallene chinesische Politstar Bo Xilai erneut vehement gegen die Vorwürfe der Korruption verteidigt. Nicht einmal der dümmste Beamte würde über Korruption am Telefon reden, sagte Bo am Samstag im Gericht in Jinan.

Er bezog sich auf die Vorwürfe eines Zeugen. Dieser hatte ausgesagt, Bo habe in Anwesenheit des Zeugen seine Frau Gu Kailai angerufen, um sie anzuweisen, Geld von einem staatlichen Bauprojekt anzunehmen.

"Dies würde nicht einmal der dümmste Empfänger von Bestechungsgeld tun", sagte Bo laut dem Protokoll, welches das Gericht im Internet veröffentlichte. Ausländische Journalisten sind zu dem Verfahren nicht zugelassen.

Die Vorwürfe bezogen sich auf seine Zeit als Bürgermeister der Hafenstadt Dalian in den 1990er Jahren. Bo sagte, es sei bekannt, dass er seine Gesprächspartner stets anweise, ihre Handys auszuschalten. "Ich bin ziemlich vorsichtig", sagte der 64-Jährige.

Der Prozess gegen das frühere Politbüromitglied, dem Korruption, Veruntreuung und Amtsmissbrauch vorgeworfen werden, fesselt die chinesische Öffentlichkeit.

Überraschend wehrhaft

Das Verfahren war durch den Mord an dem britischen Geschäftsmann Neil Heywood ins Rollen gekommen. Der Freund der Familie Bo war 2011 vergiftet in einem Hotelzimmer der Metropole Chongqing, wo Bo KP-Vorsitzender war, aufgefunden worden. Wegen des Mordes wurde Bos Frau Gu zu lebenslanger Haft verurteilt.

In dem Prozess zeigte sich Bo überraschend wehrhaft. Nicht nur wies er die Vorwürfe vehement zurück, sondern er griff auch mehrere Zeugen scharf an. Seine Frau, die ihn am Freitag in einer vorab aufgezeichneten Videoaufnahme belastete, beschrieb er als "verrückt".

Am Freitag wurde überraschend bekannt gegeben, dass der eigentlich für zwei Tage angesetzte Prozess am Samstag fortgeführt werden solle. Es gilt dennoch als sicher, dass Bo zu einer langjährigen Haftstrafe verurteilt wird.

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SDA-ATS