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Die Gewerkschaft Unia will die Situation der geschätzten 200'000 Sans-Papiers in der Schweiz verbessern. Die Gesellschaft müsse merken, wie wichtig die Migranten für die Wirtschaft seien, sagten Unia-Vertreter am Montag an einer Diskussionsrunde am Weltsozialforum in Dakar.

"Wenn die Migranten in der Schweiz für eine halbe Stunde ihre Arbeit unterbrechen würden, dann hätte dies Konsequenzen, die alle spüren könnten", sagte Guglielmo Bozzolini, Präsident der Migrationskommission des Schweizerischen Gewerkschaftsbundes (SGB) am Weltsozialforum (WSF) in Dakar. So könne der Bevölkerung klar werden, dass die Sans-Papiers auch ein Recht auf gesetzliche Anerkennung hätten.

Die Unia plant deshalb für das Jahr 2012 einen nationalen Migrations-Aktionstag, wie Bozzolini im Gespräch mit der Nachrichtenagentur SDA sagte. Unter dem Motto "Ohne uns geht nichts" soll es in der ganzen Schweiz Aktionen geben, anlehnend an den nationalen Frauenstreiktag vom 14. Juni 1991.

Erfolgreicher Streik

Bestätigt in ihrer Absicht wurden die Unia-Vertreter am von ihnen organisierten Workshop zum Thema Rechte der Migranten am WSF: Ehemalige Sans-Papiers afrikanischer Herkunft berichteten den rund 50 Teilnehmern aus Europa, Südamerika und Afrika über ihre Erfahrungen in Italien, Frankreich oder Deutschland.

"Nachdem wir in Frankreich einen Streik der Sans-Papiers organisiert hatten, erhielten 2008 allein in Paris 2000 Papierlose eine Aufenthaltsbewilligung", sagte Camara Harouna. Der 33-Jährige stammt aus Mali und arbeitet in Paris. Nach seiner Legalisierung 2008 begann er sich gewerkschaftlich zu engagieren. Besonders die Medien und die Arbeitgeber hätten sich wegen des Streiks mit den Papierlosen solidarisiert, erklärte er.

Saalnot in Dakar

Der Afrika-Tag am Weltsozialforum hat mit akutem Platzmangel zu kämpfen: Weil kurzfristig dutzende Säle auf dem Campus der Universität Cheikh Anta Diop nicht zur Verfügung standen, irrten hunderte Teilnehmer auf dem Gelände umher.

Auch die Schweizer Delegation erlebte das Chaos am eigenen Leib. Weil für den Workshop "Rechte der Migranten" kein Raum zur Verfügung stand, führten die Unia-Gewerkschafter die Diskussionsrunde kurzerhand auf einer Treppe durch.

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SDA-ATS