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Ideale Wetterbedingungen für den Borkenkäfer in diesem Jahr: Leidtragende sind die Bäume, deren Bastschicht vom Käfer aufgefressen werden. (Archiv)

KEYSTONE/ALEXANDRA WEY

(sda-ats)

Für den einheimischen Borkenkäfer ist 2018 ein optimales Jahr: Statt nur zwei schafft er dieses Jahr drei Generationen, bevor die Käfer unter der Rinde befallener Fichten überwintern. Bis Ende des Jahrhunderts dürfte das zur Normalität werden.

Eigentlich würde der Buchdrucker Ips typographus ab dem Spätsommer nicht mehr ausfliegen, um neue Bäume zu befallen. Zwei Vermehrungswellen zwischen April und Ende August, dann wäre für dieses Jahr Schluss. Aber dieses Jahr waren Wärme und Trockenheit für den Borkenkäfer optimal: Er konnte im Frühjahr früher ausfliegen, um neue Brutstätten zu erschliessen. Und durch die Wärme fliegen die Käfer auch im Spätsommer länger als sonst. Inzwischen nagt sich schon die dritte Generation durch die Rinde.

Der Buchdrucker befällt fast ausschliesslich Fichten. Und denen setzten die trockenen Bedingungen in diesem Sommer so zu, dass der Buchdrucker leichtes Spiel hatte: "Normalerweise können sich vitale Fichten durch Harz gegen den Borkenkäfer zur Wehr setzen", erklärt Beat Wermelinger von der Eidg. Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft (WSL) im Gespräch mit der Agentur Keystone-SDA. "Aber nach der Trockenheit der letzten Monate sind die Abwehrkräfte der Bäume angeschlagen."

Drei Generationen bald Normalität

Im Zuge des Klimawandels dürften solche Trockenperioden häufiger werden. Gute Zeiten also für den Buchdrucker. "Bis zum Ende des Jahrhunderts wird sich der Rhythmus mit drei Generationen pro Jahr fest etabliert haben", so der Forscher. Das bedeute eine zusätzliche Befallsperiode und mehr befallene Bäume.

Hat sich der Buchdrucker unter der Rinde einer Fichte eingenistet, muss der Baum möglichst schnell entfernt werden, noch bevor die Käfer wieder ausschwärmen. Angesichts der so optimalen Witterung für die Buchdrucker gelte es, besonders wachsam zu bleiben, betont Wermelinger. Sollten auch die nächsten Jahre wieder sehr trocken ausfallen, dürfte der Aufwand steigen, den Borkenkäfer im Zaum zu halten.

Stürme als Initialzündung

Insbesondere nach Stürmen kann es zur Massenvermehrung kommen, denn diese bringen Fichten zu Fall. Die noch frische Rinde ist eine perfekte Brutstätte für Borkenkäfer. "Das ist wie eine Initialzündung", erklärt der WSL-Forscher. Wenn dort Tausende von Käfern schlüpfen und in Scharen über lebende Bäume herfallen, reiche das Harz der Fichten als Abwehr nicht mehr aus.

Langfristig werde die Fichte sehr wahrscheinlich vielerorts im Mittelland verschwinden. Die veränderten Bedingungen durch den Klimawandel und der Buchdrucken werden diese Baumart aus den tieferen Lagen verdrängen. In höheren Lagen jedoch, in denen die Fichte ursprünglich heimisch ist, habe sie noch gute Chancen, so Wermelinger. Dort sei sie besser angepasst und bleibe dank mehr Niederschlägen vitaler.

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SDA-ATS