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Portugiesische Feuerwehrleute im Einsatz in der Nähe des Ortes Sandinha

KEYSTONE/EPA LUSA/PAULO NOVAIS

(sda-ats)

Auch drei Tage nach dem Ausbruch der katastrophalen Waldbrände nördlich von Lissabon wüten die Flammen weiter. Mindestens 64 Personen kamen bereits ums Leben.

Verwirrung herrschte am frühen Dienstagabend wegen Angaben über einen angeblichen Absturz eines Löschflugzeugs im Brandgebiet. In der Region sind elf Löschflugzeuge aus Spanien, Frankreich, Italien und Portugal im Einsatz.

Eine Sprecherin der Flugunfallbehörde sagte am Nachmittag, die Zivilschutzbehörde habe ihr den Absturz einer Canadair-Maschine gemeldet. Ein Suchteam sei losgeschickt worden.

Einige Stunden später sagte Zivilschutzkommandant Vitor Vaz Pinto, ein Suchteam mit Helikopter habe nichts gefunden. "Ich habe keine Information, wonach ein für den Zivilschutz arbeitendes Löschflugzeug abgestürzt ist", sagte Pinto und fügte hinzu, dass eine gemeldete Explosion von zurückgelassenen Gasflaschen habe ausgelöst werden können.

Das Feuer war am Samstag im bergigen Kreis Pedrógão Grande 200 Kilometer nordöstlich von Lissabon ausgebrochen. 64 Personen kamen seither in den Flammen ums Leben, mehr als 150 wurden verletzt. Insgesamt seien in Pedrógão Grande und dem Nachbarkreis Goís 40 Ortschaften evakuiert worden, hiess es weiter.

Nach Angaben von Beobachtern wurden bereits 260 Quadratkilometer Wald zerstört, in etwa die Fläche des Kantons Zug. 1150 Feuerwehrleute waren allein im Zentrum Portugals im Einsatz, insgesamt kämpften im ganzen Land fast 2000 Feuerwehrleute gegen rund 80 Brandherde.

Dörfer abgeschnitten

Noch immer waren Hunderte Rettungskräfte in der Region im Einsatz. Einige betroffene Dörfer konnten wegen der Flammen zunächst nicht erreicht werden, weshalb nicht ausgeschlossen ist, dass es weitere Tote geben könnte.

Es ist der Waldbrand mit der höchsten Zahl von Toten in Portugal seit Beginn der Aufzeichnungen. Noch immer sind die Flammen wegen starker Winde und Temperaturen von rund 30 Grad die Flammen nicht gebannt.

Das Feuer war nach einem Blitzschlag in einem Baum ausgebrochen. Wegen heftiger Winde breitete es sich rasch aus und wurde vor allem für Autofahrer auf der Nationalstrasse 236 zur Todesfalle, als das Feuer ihre Wagen einschloss. Auch Hunderte von Tieren starben, Dutzende Häuser wurden zerstört.

Umleitung in die Feuerfalle

Um die vom Brand eingekesselten Autofahrer ist mittlerweile ein Streit entfacht um die Verantwortung von Sicherheitsbeamten. Diese hätten einen Teil der Autofahrer auf der Flucht vor den Flammen auf diese Nationalstrasse umgeleitet, obschon sie auf den direkteren Weg, die Strasse IC8, fahren wollten.

Überlebende berichten, dass sie an der Fahrt auf die IC8 gehindert worden seien und zur Weiterfahrt auf die Nationalstrasse 236 angehalten wurden. "Also dachten wir, dass diese Strasse ohne Gefahr ist, aber das war sie nicht", sagte Maria de Fatima gegenüber dem spanischen Fernsehen. Regierungschef Antonio Costa forderte von der Polizei eine rasche Aufklärung des Sachverhalts, weshalb die Nationalstrasse 236 nicht rechtzeitig gesperrt wurde.

Schnell brennende Eukalyptus-Bäume

Der Umweltexperte João Camargo machte den industriellen Anbau von Eukalyptus-Bäumen für die Papierindustrie für die Katastrophe mitverantwortlich, weil diese Bäume besonders schnell brennen und dem Boden besonders viel Wasser entziehen. "Wir haben in den vergangenen Jahrzehnten gesehen, dass die Häufigkeit von Waldbränden zunimmt", sagte Camargo.

SDA-ATS