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Der nach Graubünden eingewanderte Braunbär M13 hat einen Zusammenstoss mit einer Lokomotive der Rhätischen Bahn (RhB) im Unterengadin offenbar gut überstanden. Schwere Verletzungen stellten die Wildhüter nicht fest.

"Mein Gesamteindruck ist, dass das Tier nicht schwerwiegend verletzt ist", sagte der Bündner Jagdinspektor Georg Brosi, der viele Jahre als Tierarzt arbeitete, am Mittwoch auf Anfrage. Aus den Beobachtungen sei zu schliessen, dass das Tier keine Frakturen oder äussere Verletzungen erlitten habe.

Der Jungbär reagiere normal und habe keine Gleichgewichtsstörungen, sagte Brosi weiter. Das gut zweijährige Tier betäuben, um es medizinisch zu untersuchen, wollen die Jagdbehörden nicht. "Der Bär ist und bleibt ein Wildtier", betonte Brosi.

Sicher sind Prellungen

Sicher ist laut dem Bündner Jagdinspektor, dass sich der Bär bei der Kollision am Montagabend mit einer Lokomotive der Rhätischen Bahn im Unterengadin Prellungen zugezogen hat. Das rund 120 Kilogramm schwere Männchen hielt sich am Mittwoch immer noch im Gebiet des Unfallortes auf und steht unter Dauerbeobachtung der Wildhut.

Noch keine weiteren Angaben gibt es zum bisher unbekannten Bär, der am Montagabend im Gebiet des Ofenpasses zum Münstertal gesichtet wurde. Material für eine genetische Analyse fanden die Wildhüter bislang nicht.

Wildhut an die Grenze

Obschon Braunbär M13 im Engadin wiederholt in der Nähe von Siedlungen auftauchte, ist ein Abschuss des Tieres kein Thema, wie der Bündner Regierungsrat Mario Cavigelli in einem am Mittwoch in der Zeitung "Die Südostschweiz" publizierten Interview sagte.

Cavigelli macht jedoch keinen Hehl daraus, dass er den Kanton Graubünden als ungeeigneten Lebensraum für Bären hält: "Es zeigt sich eben, dass wir uns in einem dicht besiedelten Raum befinden, der für Grossraubtiere wenig geeignet ist."

Auf die Frage, ob man an der Grenze zu Italien die Wildhut verstärken sollte, um Bären von der Schweiz fernzuhalten, antwortete der Regierungsrat: "Das ist eigentlich unser Ziel." Bären hätten im Nationalpark im Südtirol einen viel geeigneteren Lebensraum "als bei uns".

SDA-ATS