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Ehemann Richard Ratcliffe informiert über seine im Iran inhaftierte Frau Nazanin Zaghari-Ratcliffe (Archiv)

KEYSTONE/EPA/ANDY RAIN

(sda-ats)

Der britische Aussenminister Boris Johnson ist am Samstag zu Gesprächen mit iranischen Regierungsvertretern in Teheran eingetroffen. Johnson will sich unter anderem für die Freilassung der britisch-iranischen Doppelstaatsbürgerin Nazanin Zaghari-Ratcliffe einsetzen.

Er werde seine "schwerwiegende Besorgnis" über die Fälle inhaftierter Doppelstaatsbürger zum Ausdruck bringen und sich für die Freilassung einsetzen, wo es humanitäre Gründe dafür gebe. Dies hatte Johnson vor seinem Abflug nach Teheran erklärt.

Für Johnson geht es auch um seine eigene politische Zukunft. Ihm wird vorgeworfen, die Lage der seit bald zwei Jahren inhaftierten Zaghari-Ratcliffe verschärft zu haben. Johnson hatte im November vor einem Parlamentsausschuss in London gesagt, sie habe im Iran Journalisten ausgebildet.

Zaghari-Ratcliffe bestreitet dies. Nach ihrer Darstellung war sie zu einem rein privaten Aufenthalt mit ihrer inzwischen drei Jahre alten Tochter in den Iran gereist.

Bis zu zehn Jahre Haft drohen

Der 37-jährigen Projektmanagerin der Thomson Reuters Stiftung wird Verbreitung von Propaganda gegen das iranische Regime und die Vorbereitung eines Umsturzes vorgeworfen. Ihr droht eine fünf- bis zehnjährige Haftstrafe. Ihre Tochter ist in der Obhut der Grosseltern im Iran, ihrem Ehemann Richard Ratcliffe wird die Einreise in das Land verweigert.

Johnson wird neben seinem iranischen Amtskollegen Mohammed Dschawad Sarif auch Atom-Chef Ali Akbar Salehi und den Sekretär des Sicherheitsrates, Ali Schamchani, treffen. Geplant ist auch ein Treffen mit Präsident Hassan Ruhani. Bei seinem ersten Besuch im Iran will Johnson auch über die Zukunft des von den USA kritisierten Wiener Atomabkommens und den Krieg im Jemen sprechen.

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SDA-ATS