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Der führende britische Dirigent Sir Colin Davis ist tot. Wie das Londoner Symphony Orchestra (LSO) am Sonntagabend mitteilte, starb Davis nach längerer Krankheit im Alter von 85 Jahren.

Davis war international berühmt für seine Interpretationen von Mozart, Berlioz und Sibelius. "Wir werden ihn mit grosser Zuneigung und Bewunderung vermissen", hiess es in der Erklärung des LSO. Davis hatte das Orchester erstmals 1959 dirigiert, und war von 1995 bis 2006 Chefdirigent des LSO.

"Die Rolle von Sir Colin im britischen Musikleben war riesig. (...) Musikliebhaber in der ganzen Welt sind von seinen Aufführungen und Aufnahmen inspiriert worden," hiess es in der LSO-Erklärung.

Im Januar hatte Davis alle Konzerte bis zum Ende der aktuellen Spielzeit abgesagt. Der Dirigent hatte im Mai 2012 bei einem Konzert in der Semperoper einen Schwächeanfall erlitten. Er arbeitete als Gastdirigent bei der Staatskapelle Dresden, von der er 1990 zum Ehrendirigenten ernannt wird - der einzige in der Geschichte des Orchesters.

Davis spielte während seines langjährigen Schaffens mit den bekanntesten Orchestern der Welt - darunter die New York Philharmoniker und das Boston Symphony Orchestra. Er war von 1983 bis 1992 Leiter des Bayerischen Rundfunk-Orchesters. Zuvor war Davis unter anderem musikalischer Direktor des Royal Opera House Covent Garden und leitete das BBC Symphony Orchestra.

Musik als Lebenselixier

Davis wurde am 25. September 1927 in Weybridge in der südenglischen Grafschaft Surrey geboren. Er studierte am Royal College of Music in London. Schon während des Militärdienstes spielte er als Klarinettist in der Kapelle einer Kavallerieeinheit.

Davis, der 1980 zum Ritter geschlagen wurde, hat in all den Jahren auf Bescheidenheit gesetzt. Seine Musik kam für ihn immer an erster Stelle. In einem Interview sagte er einmal: "Die klassische Musik ist die schönste Erfindung des Menschen. Es wird immer Leute geben, die sich davon verführen lassen." Für ihn sei Musik immer ein Lebenselixier gewesen.

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SDA-ATS