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Der grösste reine Lebensversicherer der Schweiz bekommt einen neuen Chef. Bruno Pfister, der die Swiss Life seit Mai 2008 führt und ihr eine Fitnesskur verschrieben hat, wird seine Charge im Juli 2014 an Anlagechef Patrick Frost übergeben.

Mit einer internen Nachfolge wolle Swiss Life ein Zeichen der Kontinuität setzen, schrieb Verwaltungsratspräsident Rolf Dörig in einer Mitteilung vom Dienstag. Unter Pfister hat sich die ehemalige Rentenanstalt weiter zu einem europäischen Anbieter von modernen Lebensversicherungen und Vorsorgedienstleistungen entwickelt.

Sparprogramme und Effizienzsteigerungen haben die Gruppe wettbewerbsfähiger gemacht. Nach der Finanzkrise wuchs der Konzern profitabel.

In die Ära Pfister fällt aber auch die kontroverse Integration des deutschen Finanzprodukteverkäufers AWD, den die Swiss Life 2007 für den hohen Preis von 1,9 Mrd. Fr. gekauft hatte. Mit der Firma, die Normalbürgern Investitionen in Finanz- und Vorsorgeprodukte vorschlägt, hat sich die Swiss Life in Europa weiter ausgebreitet.

Pfister verteidigte die Übernahme stets, auch sie wenn der Swiss Life wegen umstrittener Geschäftspraktiken unter AWD-Gründer Carsten Maschmeyer unangenehme Rechtsfälle ins Haus brachte. Zudem enttäuschte der AWD operativ lange Zeit: Vor einem Jahr musste Pfister einen Abschreiber auf dem AWD-Goodwill von 578 Mio. Fr. und eine Namensänderung in "Swiss Life Select" bekannt geben.

Aktienkurs steigt

Die Nachrichtenagentur Reuters zitierte einen Analysten, der sagte, der Name Pfister sei stark mit dem "AWD-Debakel" verbunden. Dies sei ein Grund, warum der Aktienkurs zulegte: Am Dienstag zur Mittagszeit war der Titel in einem etwas schwächeren Markt 5,67 Prozent mehr Wert als Am Vorabend.

Analysten werteten die Nomination Patrick Frosts zum neuen Chef aber auch als Zeichen, dass der zuletzt erfolgreiche Kurs der Swiss Life fortgesetzt werde. Frost gehört seit 2006 der Konzernleitung an.

Er hat seine berufliche Laufbahn Mitte der 1990er-Jahre als Analyst und später als Portfolio-Verantwortlicher im Asset Management der Winterthur-Gruppe begonnen. Analyst Stefan Schürmann von der Bank Vontobel liest aus der Ernennung des Investmentspezialisten ab, dass die Swiss Life sich auf Felder über das Lebensversicherungsgeschäft hinaus entwickeln wolle.

Der bisherige Chef Pfister will mit 54 Jahren noch einmal ein neues berufliches Kapitel aufschlagen, wie es hiess. Genaueres gab die Swiss Life nicht bekannt.

Wachstum

Der Börsenwert der Swiss Life stieg aber auch dank eines erfolgreichen Zwischenberichts zum Geschäft: In den ersten neun Monaten 2013 konnte der Lebensversicherer die Prämieneinnahmen auf 13,7 Mrd. Fr. steigern. Dies sind 7 Prozent mehr als in der Vorjahresperiode, in Lokalwährungen beträgt die Zunahme 6 Prozent. Analysten hatten nur 13,2 bis 13,5 Mrd. Fr. erwartet.

Im Heimmarkt Schweiz trug die hohe Nachfrage von kleinen und mittleren Unternehmen nach Vollversicherungslösungen wesentlich zum Wachstum bei. Auch die französische Tochter entwickelte sich speziell gut. Die Kommissions- und Gebührenerträge stiegen gegenüber der Vorjahresperiode um 4 Prozent auf 826 Mio. Franken.

Die Nettoanlagenrendite erreichte 3,1 Prozent. Die für 2015 angepeilten Kosteneinsparungen von 130 bis 160 Mio. Fr. sind laut den Angaben bereits zur Hälfte erreicht worden.

SDA-ATS