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Paris - Der mutmassliche Parteispendenskandal um hochrangige französische Regierungspolitiker und die Multimilliardärin Liliane Bettencourt wird immer verwirrender. Eine Zeugin milderte jetzt Anschuldigungen gegen Präsident Sarkozy ab. Minister Woerth bleibt aber in der Schusslinie.
Die Hauptbelastungszeugin, Bettencourts Ex-Buchhalterin Claire Thibout, bezeichnete in der jüngsten Vernehmung bei der Polizei einen Teil der ihr zugeschrieben Beschuldigungen als falsch.
"Ich habe niemals gesagt, dass Sarkozy regelmässig Geldumschläge bekommen hat", zitierten französische Online-Medien am Donnerstag aus dem Vernehmungsprotokoll.
Auch andere Aussagen von ihr seien von der Internet-Nachrichtenseite Mediapart nicht richtig wiedergegeben worden, sagte Thibout. Es sei lediglich "möglich", dass Sarkozy Geld bekommen habe.
"Rechtlich ist das ein Wendepunkt", sagte ein Sarkozy-Berater zu den neuen Aussagen Thibouts. "Sie hat den Präsidenten klar und vollständig entlastet."
Keine Entlastung für RegierungDie Ex-Buchhalterin sagte jedoch es sei richtig, dass sie gebeten worden sei, in der heissen Phase des Präsidentschaftswahlkampfes 150'000 Euro für den heutigen Arbeitsminister Eric Woerth zu besorgen. Dieser war damals für Sarkozys Wahlkampffinanzierung verantwortlich.
In der Villa der L'Oréal-Erbin seien damals zahlreiche hochrangige Politiker gekommen, um Geld abzuholen, fügte die Buchhalterin nach Informationen von lemonde.fr hinzu. Sie habe aber niemals beobachtet, wie ein Geldumschlag übergeben worden sei, räumte Thibout ein.
Vorwurf der falschen DarstellungMediapart warf Thibout vor, Aussagen von ihr völlig falsch dargestellt zu haben. Die Internet-Nachrichtenseite hatte die Affäre um illegale Parteispenden und Finanzgeschäfte der reichsten Frau Frankreichs in den vergangenen Wochen massgeblich ins Rollen gebracht.
Zuletzt berichtete das Internetmagazin über Aussagen der Ex-Buchhalterin, die auf einen Parteispendenskandal in den Reihen von Sarkozys Regierungspartei UMP schliessen liessen.

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SDA-ATS