Externer Inhalt

Den folgenden Inhalt übernehmen wir von externen Partnern. Wir können nicht garantieren, dass dieser Inhalt barrierefrei dargestellt wird.

Plötzlich ging es schnell: Nach wochenlangem Tauziehen konnte der blinde chinesische Bürgerrechtler Chen Guangcheng am Samstag mit seiner Frau und den beiden Kindern ausreisen. Sie flogen mit einer US-Maschine von Peking nach New York.

Die Ausreise kam am Ende schneller als erwartet. "Ich habe das Gefühl, dass alles sehr plötzlich ist", sagte der 40-jährige Chen Guangcheng einem Freund am Telefon, kurz bevor der Aktivist das Flugzeug der United Airlines nach New York bestieg.

Das US-Aussenministerium bestätigte, dass Chen Guangcheng mit seiner Familie China verlassen habe, um in den USA ein Studium aufzunehmen. "Wir sprechen unseren Dank aus für die Art, wie wir diese Angelegenheit lösen konnten", sagte die Sprecherin Victoria Nuland nach Angaben der US-Botschaft.

Die USA und China hatten sich im April ein Tauziehen um die Ausreise Chens geliefert, der von seinem Hausarrest vorübergehend in die US-Botschaft in Peking geflohen war.

"Nach sieben Jahren Verfolgung und Brutalität ist es heute ein guter Tag für Chen Guangcheng und seine Familie", sagte Bob Fu von der in den USA ansässigen Menschenrechtsgruppe ChinaAid der Nachrichtenagentur dpa.

Der Bürgerrechtler wolle sich zunächst an der Universität von New York (NYU) für ein Jus-Studium einschreiben, berichtete Bob Fu weiter. "Dann will Chen Guangcheng mit seiner Familie Ferien machen und sich ausruhen".

Vor dem Abflug sei der Aktivist "in guter Stimmung" und "begeistert" gewesen. Doch sei Chen Guangcheng weiter besorgt über das Schicksal seiner zurückbleibenden Angehörigen.

Vom Gefängnis in den Hausarrest

Der Bürgerrechtler Chen hatte durch seinen Einsatz für die Opfer von Zwangssterilisierungen, Landenteignungen und Zwangsabtreibungen den Zorn der Behörden auf sich gezogen. 2005 wurde Chen Guangcheng zu vier Jahren und drei Monaten Haft verurteilt.

Seit Ablauf einer Haftstrafe im September 2010 waren er und seine Frau in seinem Haus in der östlichen Provinz Shandong festgehalten und von ihren Wächtern schwer misshandelt worden. Am 22. April floh Chen mit Hilfe von Unterstützern aus dem Hausarrest.

Die Ausreise war frühestens nächste Woche erwartet worden. Obwohl Chen Guangcheng erst am Mittwoch die Reisepässe beantragt hatte, tauchten plötzlich Behördenvertreter im Chaoyang Hospital auf und forderten ihn auf, seine Sachen zu packen und sich auf die Ausreise vorzubereiten.

SDA-ATS