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Die Transplantation einer Niere. In der Schweiz warten derzeit über 1500 Menschen auf eine Organspende. Jedes Jahr sterben etwa hundert Menschen, weil sie nicht mehr rechtzeitig ein Spenderorgan erhalten. (Archivbild)

Keystone/AP THE SALT LAKE TRIBUNE POOL/AL HARTMANN

(sda-ats)

Die Bemühungen von Bund und Kantonen, die Zahl der Organspenden zu erhöhen, zeitigen noch keine Erfolge. Die gesteckten Ziele würden wohl nicht erreicht werden, räumen die Akteure ein. Nun soll die Ursache für die tiefe Spenderate genauer untersucht werden.

Der 2013 ins Leben gerufene Aktionsplan hat sich zum Ziel gesetzt, die Organspenderate zu erhöhen. Vorgesehen war, bis im Jahr 2018 auf 20 verstorbene Spender pro Million Einwohner zu kommen. Heute liege dieser Wert bei 17,4, schreibt das Innendepartement (EDI) in einer Mitteilung vom Freitag. 2012 hatte die Spenderate noch 12 betragen.

Das Ziel von 20 Organspenden pro Million Einwohner werde daher voraussichtlich nicht erreicht werden, obwohl die Prozesse und Strukturen wie auch die Finanzierung in den letzten Jahren verbessert worden seien, heisst es in der Mitteilung.

17,4 oder 13,3?

Damit beschönigen Bund und Kantone jedoch die Situation, wie ein Blick auf die letzten verfügbaren Zahlen zeigt. 2016 gab es 111 verstorbene Organspender. Dies entsprach 13,3 Spendern pro Million Einwohner. Was der Bund damit nicht schreibt: Seine kommunizierte Zahl von 17,4 stammt aus dem Jahr 2015. Dieses war das bisher beste Jahr für die Organspende in der Schweiz.

Im europäischen Vergleich bleibt die Organspende hierzulande im unteren Drittel. Daran würde auch das anvisierte Ziel nichts ändern. Länder wie Frankreich, Portugal oder Italien weisen alle Werte von weit über 20 auf. Spanien hat sogar 35,9 Spender pro Million Einwohner.

In der Mitteilung bekräftigen Bund und Kantone, dass es ein grosses Anliegen sei, die Spenderate weiter zu erhöhen. Viele Angehörige würden jedoch immer noch eine Organspende ablehnen. Was die Gründe dafür sind, soll nun von den Transplantationsnetzwerken genauer untersucht werden.

Initiative will Widerspruchslösung

Heute benötigen Organspender in der Schweiz eine Organspendekarte und erklären so ihre Zustimmung zur Entnahme von Organen gegenüber Familienangehörigen. Theoretisch sind damit alle ab dem Augenblick der geäusserten Zustimmung potenzielle Spender.

Eine kürzlich lancierte Volksinitiative der Bewegung Jeune Chambre Internationale (JCI) Riviera will dies ändern. Sie verlangt, dass jede verstorbene Person zum potenziellen Spender werden soll, wenn sie dies zu Lebzeiten nicht ausdrücklich ablehnt.

In der Praxis wende man sich im Todesfall an die Angehörigen, sagte der Waadtländer Gesundheitsdirektor Pierre-Yves Maillard (SP) bei der Präsentation der Initiative. In 60 Prozent der Fälle führe dies dann aber zu einer Ablehnung der Organspende, obwohl eigentlich 85 Prozent der Bevölkerung die Organspende befürworten würden.

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SDA-ATS