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Im Internet werden viele Geschichten erzählt. Der Bund möchte, dass es Stories sind, die für Jugendliche attraktiver sind als Gewalt und Islamismus. Dem IS soll es nicht gelingen, aus jugendlichen Gamern blutrünstige Dschihadisten zu machen. (Symbolbild)

KEYSTONE/AP/TED S. WARREN

(sda-ats)

Weil die Propaganda von Terrororganisationen wie dem IS im Internet geschickt auf Jugendliche abzielt, will der Bund mehrere Pilotprojekte gegen die Radikalisierung von 12- bis 25-Jährigen im Internet finanzieren. Diese sollen dann Impulse für neue Projekte geben.

Federführend ist das Bundesamt für Sozialversicherungen (BSV). Auf der Plattform "Jugend und Medien" hat es am Donnerstag Medienprojekte ausgeschrieben, die Gegensteuer zur terroristischen Propaganda geben sollen. Drei bis vier Vorhaben will das BSV mit je 30'000 Franken unterstützen. Die Leiterin der Plattform, Liliane Galley, bestätigte einen Artikel der "NZZ am Sonntag".

Unterstützt würden Projekte von nicht gewinnorientierten Organisationen. Ziel sei, die Propaganda der Extremisten zu "diskreditieren und positive Alternativen zu ihnen aufzeigen." Es gehe darum, andere Geschichten als die Terroristen zu erzählen. Es gehe um das Zusammenleben, um Demokratie oder Integration.

Wissenschafter begleiten Projekte

Ziel des Projekts sei "die Prävention vor gewalttätigen Formen des Extremismus, seien sie religiös, seien sie politisch", sagte Galley. Die Plattform wolle dafür Massnahmen zur Sensibilisierung zur Verfügung stellen und alle bestehenden Angebote für Informationen zusammentragen.

Die Eingabefrist für Interessierte läuft bis Mitte August. Über die Vergaben entscheidet eine Gruppe von Wissenschaftlern, die die Medienprojekte begleiten und auswerten wird.

Das ganze Programm des BSV läuft bis Ende 2018. Dabei soll auch ein Leitfaden zur Prävention gegen die Radikalisierung von Jugendlichen im Internet entstehen, der sich an Fachleute auf Kantons- und Gemeindeebene richtet sowie an weitere Organisationen.

Entscheid von Bund und Kantonen

Den Anstoss hatte der Sicherheitsverbund Schweiz (SVS) von Bund und Kantonen für sicherheitspolitische Fragen letztes Jahre gegeben. "Das Internet und die sozialen Medien spielen eine wichtige Rolle im Prozess der Radikalisierung. Die Medienkompetenz, der Umgang mit dem Internet und den sozialen Medien soll bei Jugendlichen, Eltern und Lehrpersonen weiterhin gestärkt werden", hatte es im Juli 2016 in einem SVS-Bericht geheissen.

Und beschlossen: "Die Verhinderung der Radikalisierung, unter anderem mit Gegendiskurs, ist als präventive Massnahme im Rahmen der Aktivitäten des Jugendmedienschutzes" des BSV aufzunehmen.

SDA-ATS

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